Finanzielle Motive waren es nicht, die den Angeklagten zum "Automarder" werden ließen: "Mir ist es eigentlich gut gegangen bei meiner Frau. Ich kann mich nicht beschweren. Wir haben alles gehabt." Als jedoch eines Tages ein Unbekannter sein Auto aufbrach, kam er "auf die dumme Idee, dass ich das auch mach'. Der hat mir alles rausgenommen, das Radio, alles!" Er habe sich dafür "rächen wollen, kann man sagen", führte der 53-Jährige ins Treffen.
"Hinten schlag' ich nix ein! Das würd' mir nicht einleuchten"
Die Beutestücke - Computer, Mobiltelefone, Kameras und Navigationsgeräte - hortete der Mann in seiner Wohnung. Als er Ende Mai festgenommen werden konnte, nachdem ihn eine in einer Garage angebrachte Überwachungskamera wiederholt beim Einbrechen gefilmt hatte, fanden die Ermittler im Zuge einer Hausdurchsuchung auch zahlreiche Parkscheine. "Ich tu Parkkarten sammeln", erläuterte der Angeklagte.
Die Verhandlung hatte beachtlichen Unterhaltungswert. Der 53-Jährige beteuerte etwa wortreich, niemals Heckscheiben eingeschlagen zu haben: "Hinten schlag' ich nix ein! Manchmal schlag ich vorn Scheiben ein, aber hinten sicher nicht. Das würd' mir nicht einleuchten." Schon gar nicht schlage er zwei Scheiben auf einmal ein: "Na, das mach ich nicht! Sicher nicht! Das bringt mir nix." Völlig abwegig erschien ihm der Vorwurf, in einem Fall auch eine Schultasche aus einem Fahrzeug gestohlen zu haben: "Wozu sollt' ich das tun? Ich geh doch nimmer zur Schul'!"
Der 53-Jährige meldete Strafberufung an, worauf auch die Staatsanwältin Rechtsmittel einlegte.












Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.