Mehr als 100 Fälle
Fünffacher Vater vergewaltigte Senioren brutal
Der Serienverbrecher schlug zumeist mit derselben Masche zu, stets im Londoner Süden: Er kappte Telefon- und Stromleitungen, bevor er die Bewohner weckte und sie mit einer Taschenlampe blendete. Dann soll er seine Opfer bis zu vier Stunden gequält haben. Von den mehr als hundert Verbrechen dieser Art kann ihm die Polizei bisher fünf Vergewaltigungen, sechs Fälle von sexueller Nötigung und elf Einbrüche nachweisen.
Perfektes Doppelleben
Das Doppelleben des Mannes war perfekt. Grant ist fünffacher Vater und kümmerte sich aufopferungsvoll um seine Frau. Diese sitzt mit Multipler Sklerose seit fünf Jahren im Rollstuhl. Die Frau ist laut Medienberichten Mitglied der Zeugen Jehovas. Gemeinsam mit ihr zog Grant von Tür zu Tür, um andere Menschen zu bekehren. Ob er selber auch der Religionsgemeinschaft angehört, ist derzeit noch nicht klar.
Massen-Observierung brachte offenbar den Durchbruch
Erst ein neuer Ermittlungsansatz brachte den Durchbruch im Fall des Mannes, den die Polizei nur noch den "Nacht-Stalker" nannte. Hunderte Beamte observierten die am häufigsten betroffenen Stadtviertel in London. Dabei ertappten sie Grant offenbar auf frischer Tat. Genaue Details der Festnahme gab Scotland Yard noch nicht bekannt.
Am Montag wurde Grant in Untersuchungshaft genommen. Am Donnerstag soll der Beschuldigte erneut vor Gericht erscheinen. Damit will die Polizei Zeit gewinnen, ihm weitere Fälle nachzuweisen.
Fahndung kostete Millionen
Scotland Yard hatte eine Belohnung von 40.000 Pfund (etwa 45.000 Euro) für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. Im Laufe der zwölfjährigen Ermittlungen waren mehr als 2.000 DNA-Proben genommen worden. Allein diese Aktion, bei der insgesamt 21.500 Verdächtige überprüft wurden, kostete mehr als 100.000 Euro. Die Kosten der nächtlichen Stadtteilüberwachung belaufen sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag.



Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.