An den Kosten für den Einzelnen wird es freilich kaum liegen, dass der Weg zur Impfung gescheut wird. Denn während die "Normal"-Bevölkerung 4,90 Euro für den "Schuss" mit dem Grippeimpfmittel zu berappen hat, brauchen die Mitarbeiter des Gesundheitswesens gar nichts zu zahlen. Die derzeitige Impfrate beim Wiener Krankenanstaltenverbund beläuft sich aber dennoch auf magere zehn Prozent der Mitarbeiter.
Noch kein Ansturm auf Impfungen
Beim KAV geht man - offenbar angesichts der sich zuspitzenden Lage bei den Infektionen - aber nun davon aus, dass dieser Wert in der kommenden Woche "sicher schon 20 Prozent" erreichen wird. Das Beispiel AKH lässt jedoch vermuten, dass vielleicht auch das noch nicht genug ist: 25 Prozent der Angestellten haben sich die Arznei spritzen lassen. Trotzdem – obwohl die Grippewelle erst am Anfang steht – sind schon Dutzende Ärzte und Krankenschwestern ausgefallen. Ein Insider spricht sogar von 60 infizierten Mitarbeitern.
Immer mehr Ärzte fallen erkrankt aus
"Ja, es gibt eine höhere Krankheitshäufung als im Vorjahr", so Direktor Reinhard Krepler - jedoch keine geschlossenen Abteilungen und keine verschobenen Operationen. "Wir schaffen das aber, es wird immer genug Ärzte geben." Kepler gibt jedoch zu, dass er über mehr "Impffreudigkeit" seiner Mitarbeiter glücklich wäre: "Ich habe mich impfen lassen und das Foto ins Intranet gestellt. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Personal impfen lässt."
In den Salzburger Landeskliniken geht man einen anderen Weg: Niemand muss sich impfen lassen, wer aber nicht immunisiert ist, muss auf Befehl von ganz oben eine Schutzmaske bei der Arbeit tragen. In Wien setzt man dagegen mehr auf Überstunden und Leihpersonal...
von Michael Pommer und Christoph Budin (Kronen Zeitung) und krone.at









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