Weihnachtsgeschäft

Wiener trotz Krise in Kauflaune - mehr Spätentschlossene

Wien
11.11.2009 10:37
Weihnachten steht vor der Tür und die Wiener zeigen sich trotz Wirtschaftskrise in ungetrübter Kauflaune. Eine Studie zeigt, dass heuer zwar weniger, aber dafür teurere Geschenke gekauft werden. "Das Weihnachtsgeschäft wird von der Krise kaum betroffen sein", zeigte sich Wirtschaftskammer-Präsidentin Brigitte Jank optimistisch. Erwarteter Umsatz: rund 340 Millionen Euro. Damit werde sich das Weihnachtsgeschäft annähernd auf dem Niveau des Vorjahres bewegen.

Der von der Wirtschaftskammer (WK) in Auftrag gegebenen Studie zufolge gaben drei Viertel der 400 Befragten an, dass die Krise keinen Einfluss auf ihre persönlichen Weihnachtsausgaben habe. Nur elf Prozent würden sich heuer mehr Zeit für Preisvergleiche nehmen beziehungsweise wollen weniger ausgeben. Keiner der Befragten führte an, aufgrund der Krisensituation keine Packerl zu kaufen.

Laut Umfrage werden wie schon im Vorjahr 1,2 Millonen Wiener (86 Prozent) Geschenke kaufen. Durchschnittlich wird dabei jeder sieben Packerl besorgen und dafür insgesamt 350 Euro ausgeben. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag der Durchschnitt bei acht Präsenten im Wert von 360 Euro. Mehr als ein Drittel der geplanten Weihnachtsausgaben entfallen auf Kinder, 18 Prozent auf den Partner und 16 Prozent auf die Eltern. Zwar sind die Wiener schenkfreudig, doch zeigen sie sich in der Wahl der Präsente wenig kreativ. Wie schon in den vergangenen Jahren werden auch heuer wieder besonders oft Bücher auf dem Gabentisch liegen, gefolgt von Gutscheinen und Bekleidung.

Zahl der Spätentschlossenen steigt rapide
Während die Geschenke seit 2006 immer früher besorgt wurden, ist es heuer genau umgekehrt -  der Anteil jener, die bis Mitte November den Großteil ihrer Präsente organisiert haben, wird auf elf Prozent sinken. Im Vorjahr waren es noch 19 Prozent. Immerhin ein Drittel (2008: 23 Prozent) der Wiener plant hingegen, erst in der zweiten Dezemberhälfte seine Einkäufe zu erledigen.

"Es hat eine erhebliche Verschiebung gegeben, die wir nicht begründen können", meinte Jank. Eine mögliche Ursache für die steigende Zahl der Spätentschlossenen könnte der Ausverkauf sein, der etwa sechs Wochen vor dem Heiligen Abend starten wird. Tatsächlich gaben aber nur zwei Prozent der Befragten an, auf günstige Aktionen zu warten. Gekauft werden die Geschenke traditionell in Geschäften, der Internethandel habe nur einen Anteil von fünf Prozent am gesamten Weihnachtsgeschäft, so die WK-Präsidentin.

Mehr Geld im Börserl
Grund für die laut Jank "gute Stimmung" unter den Konsumenten sei die positive Erwartungshaltung der Menschen. Laut einer market-Umfrage rechneten nämlich mehr als drei Viertel der Bevölkerung damit, dass die Wirtschaftslage in der Bundeshauptstadt in den nächsten Monaten zumindest gleichbleibt oder sich verbessert. Zudem hätten die Wiener heuer dank Steuerreform, einer Inflationsrate unter dem Vorjahreswert und relativ hoher Lohnabschlüsse für 2009 mehr Geld im Börserl.

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