Vor Richterin Brigitte Zeilinger im Wiener Straflandesgericht erzählte der Mann von den Höhen und Tiefen seines abwechslungsreichen Lebens. Nimmt man alle Geschichten für bare Münze, handelt es sich bei dem 41-jährigen Angeklagten um einen verheirateten Priester, der nur deshalb nicht verstoßen wurde, weil ihn Papst Johannes Paul II. persönlich in Rom geweiht hat.
Sechsfach vorbestrafter Theologe
Der Magister der Theologie und Philosophie arbeitete angeblich auch als Lehrer. Das "angeblich" muss hier unter Berücksichtigung seiner sechs Vorstrafen wegen Diebstahls und Betrugs besonders betont werden. Im Sommer traf er jedenfalls in einem Wiener Café einen pensionierten Botschafter mit Hang zur Monarchie. Dem gegenüber offenbarte sich der Hochstapler als "Graf Andrássy" und wurde prompt in die "feine Gesellschaft" eingeführt.
Genauer gesagt war das ein Musiksalon einer Künstlerin in Wien, wo betuchte Damen ein und aus gingen. Denen vertraute er sein ach so schweres Schicksal an: Sein Sohn sei bei einem Unfall gestorben, erzählte er dort. Man habe gemeinsam geweint, berichtete eine Zeugin.
Doch die Trauer wich bald dem Zorn, als mehrere Frauen bemerkten, dass sie bestohlen worden waren. Das Urteil – zwei Jahre Haft – nahm der Angeklagte sofort an.












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