Er war nie verheiratet, hat keine Kinder und zur Schwester keinen Kontakt. Im Mittelpunkt des pensionierten Postbeamten steht seine Lebensgefährtin, die an Multipler Sklerose leidet, mittlerweile ans Bett gefesselt ist und nicht mehr sprechen kann. Seit 2003 befindet sie sich in einem weststeirischen Seniorenheim, 2008 kam ihr Freund nach.
Teure Medikamente
Zwei Kredite hat er für ihre Behandlung aufgenommen, doch das war zu wenig. "Es tat mir weh, sie leiden zu sehen", sagte der Verdächtige bei der Einvernahme. Weiter helfen konnte er ihr aber nicht, denn von seiner Pension - 1.100 Euro - blieben ihm gerade einmal 247 Euro im Monat übrig. Da sah der bislang unbescholtene Steirer nur einen Ausweg: einen Überfall.
Heim oder Häf'n - g'hupft wie g'hatscht
In der Nacht auf Montag reifte der Plan, um 10.30 Uhr überfiel er mit einer halb geladenen Pistole (keine Patrone im Lauf) die BAWAG-Filiale, in der er bis vor acht Monaten ein Konto hatte. Dass er gefilmt und dank einer Passantin, die ihn auf dem Fahndungsfoto erkannte, rasch gefasst wurde, ist ihm egal: "Ich wollte nur meiner Freundin helfen." Zur U-Haft meinte der nun 65-Jährige: "Im Heim ist es mir gut gegangen, im Häf'n geht's mir auch gut."
von Manfred Niederl, "Steirerkrone"








Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.