"Der Räuber hat uns vorher ausspioniert", ist sich Ernst Hubmann, Direktor des Casino Seefeld, sicher: Der rund 180 Zentimeter große, cirka 30 Jahre alte Unbekannte betrat das Gebäude im Erdgeschoß und hielt sich einen Regenschirm vor das Gesicht, sodass Angestellte den Vermummten nicht sofort erkannten. Dann ging er in den 1.Stock, wo sich das Casino befindet.
Mit einem Hechtsprung überwand er ein Pult und zwang unter Waffengewalt den Angestellten, mit ihm in den Kassenraum zu gehen. Der zweite Casino-Mitarbeiter händigte dem Gauner widerstandslos das Geld aus – rund 33.000 Euro. Dann lief er über die Stiege wieder ins Erdgeschoß, verließ das Gebäude und lief in Richtung Hotel Post. Dort verliert sich die Spur des Räubers, der trotz Alarmfahndung entkommen konnte.
"Ruhig und kein bisschen nervös"
Hubmann: "Der Mann wirkte sehr ruhig und kein bisschen nervös. Er kannte sich offensichtlich bestens aus. Beim Rauslaufen aus dem Haus hat er ein Eisentor hinter sich geschlossen, für das man gewisse Kenntnisse benötigt: Es handelt sich um ein Fluchttor." Zum Zeitpunkt des Überfalls waren nur noch rund zehn Gäste im Casino, die laut Hubmann niemals gefährdet waren.
Parallelen zu Überfall in Kitzbühel
Der Überfall erinnert an jenen auf das Casino Kitzbühel am 5. September 2007. Auch dort hatte ein rund 30 Jahre alter, 180 Zentimeter großer, ebenfalls vermummter, bewaffneter und schwarz gekleideter Gauner gegen 2.10 Uhr mit einem Hechtsprung das Pult am Eingang passiert und dann den Kassenraum gestürmt. Nach heftigem Widerstand durch die Angestellten und Hilfeschreie durch eine geschockte Garderobenfrau warf der Gauner die Nerven weg und flüchtete ohne Beute. Der Überfall wurde nie geklärt.
Ungeklärt ist auch ein bewaffneter Raubüberfall auf das Casino in Garmisch-Partenkirchen am 17. Dezember 2007. Dort feuerte ein Maskierter auf das Panzerglas der Kasse, die standhielt. Der Mann flüchtete.
von Günther Krauthackl, Tiroler Krone








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