Glanzloser Sieg

Wiener Austria bezwingt Sturm Graz mit 1:0

Wien
08.11.2009 17:34
Austria Wien bleibt im Horr-Stadion eine Macht. Die Veilchen feierten am Sonntagnachmittag im Spitzenspiel der 15. Runde der tipp3-Bundesliga dank eines Treffers von Jacek Bak (18.) einen glanzlosen, aber verdienten 1:0-Heimsieg über Sturm Graz. Damit ist die Austria nun schon in 22 Pflichtspielen en suite vor heimischer Kulisse ungeschlagen.

Die Steirer, bisher das beste Auswärtsteam, mussten dagegen nach sechs Liga-Spielen ohne Gegentor (4 Siege, 2 Remis) ihre erste Niederlage hinnehmen. Bisher hatten sie in dieser Saison nur am 23. September beim Meister in Salzburg (2:4) in der Fremde verloren. Und auch die Revanche für das unglückliche 0:1 am 23. August in Graz gegen die Wiener Austria gelang dem Team von Franco Foda nicht. Während Sturm in der Tabelle von Rang drei auf vier zurückfiel, verbesserten sich die Favoritner bis zu den Abendspielen von Platz vier auf eins.

Auf beiden Seiten gab es im Vergleich zu den Europa-League-Partien Änderungen in der Startformation: Bei der Austria spielte Almer wie schon in der zweiten Hälfte beim unglücklichen 0:2 in Bremen anstelle von Stammtorhüter Safar, der aber schon wieder so fit war, dass er auf der Ersatzbank saß. Dafür gab der wiedergenesene rechte Außenverteidiger Standfest sein Comeback, und in der Spitze begann Diabang anstelle von Schumacher. Bei Sturm war der leicht angeschlagene ÖFB-Teamstürmer Beichler zunächst nur Ersatz und wurde durch Lavric ersetzt.

Druckvoller Beginn der Austria
Die Austria begann druckvoller als die Gäste und hatte nach exakt zwölf Minuten die erste Großchance. Nach Vorarbeit von Leovac, der nach der soliden Leistung in Bremen nun auch sein Bundesliga-Debüt gab, und Liendl-Flanke scheiterte Diabang mit seinem Kopfball an Sturm-Schlussmann Gratzei, der sich mit einer Fußreflex-Abwehr auszeichnete. Danach gaben auf der Gegenseite Jantscher und Weber (14./15.) die ersten Warnschüsse auf das Gehäuse von Almer ab, beide verfehlten aber ihr Ziel.

Der erste Corner der Austria brachte das 1:0: Acimovic zirkelte den Ball perfekt auf den von den Sturm-Spielern sträflich vernachlässigten Austria-Abwehr-Chef Bak, der mit seinem wuchtigen Kopfball Gratzei keine Chance ließ. Damit kassierte die Foda-Elf nach 602 Minuten in der Bundesliga wieder ein Tor. Es war der bereits 13. Saisontreffer der Austria aus einer Standardsituation, der dritte nach einem Eckball.

Danach tat sich Sturm gegen die in der Defensive gut stehende Austria extrem schwer, kam erst in den letzten fünf Minuten vor der Pause in Schwung. Doch Lavric scheiterte nach einem perfekten Lochpass von Muratovic an Almer (42.), der anschließende Jantscher-Corner sorgte zwar für Verwirrung, aber die Violetten brachten den Ball mit vereinten Kräften aus der Gefahrenzone (43.). Bei einem Lavric-Kopfball  war dann Almer wieder auf dem Posten (45.).

Müde Europa-League-Fighter
Nach dem Wechsel wurde nur der Regen im Horr-Stadion stärker, das Niveau der Partie hingegen schwächer, beide Teams wirkten nach dem Europacup-Donnerstag extrem müde. Die Austria hatte deshalb wenig Probleme, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Das lag auch daran, dass die in Hälfte zwei ideenlosen Gäste nach dem Gelb-Rot-Ausschluss von Ehrenreich ab der 64. Minute mit nur zehn Mann auskommen mussten. Es war der erste Platzverweis für einen Sturm-Akteur in dieser Saison. Am Ende hatte der eingewechselte Austria-Stürmer Schumacher mit einem Lattenschuss Pech (86.).

Die Meinungen zum Spiel
Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "Drei Punkte, danke, das war's. Wir haben gut begonnen, nach dem Führungstreffer war dann aber Sand im Getriebe, da ist uns die Angst im Nacken gesessen. Es war ein Krampfspiel. Sturm konnte jedoch auch nicht zusetzen. Man hat beiden Teams die Müdigkeit angemerkt, es zehrt an den Kräften, wenn Spieler in so kurzer Zeit so schwere Spiele haben. Meine Spieler haben so gespielt, wie man nicht spielen sollte, sie haben Nerven gezeigt. Ich war draußen ähnlich nervös wie die Spieler. Denn wenn wir heute wieder nicht gewonnen hätten, dann wäre das ganz schlecht gewesen, vor allem im Hinblick auf das nächste Auswärtsmatch gegen Rapid."

Matthias Hattenberger (Austria-Mittelfeldspieler): "Wir haben Schwächeperioden gehabt, das ist nach dem schweren Spiel am Donnerstag in der Europa League normal. Wir haben aber Gott sei Dank eine unserer Chancen genutzt. Im Endeffekt zählt nur der Sieg und unsere (Heim-)Serie. Man hat gesehen, dass beide Teams auf dem Zahnfleisch dahergekommen sind."

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Der Schiedsrichter hat uns heute mit der Gelb-Roten Karte einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir waren in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft. Austria besitzt ein riesiges Potenzial, wie man heute gesehen hat. Wir haben aber nur die ersten zehn Minuten verschlafen, dann zwei Chancen gehabt, aber leider nicht genutzt und aus der Standardsituation das unnötige Tor bekommen, vor allem weil wir uns das heute früh noch auf Video genau angeschaut haben. Nach der Hälfte wollten wir dann den Ausgleich machen, doch dann kam der Ausschluss."

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