"Kreuzlose Schule"

Kreuze endeten in Hernalser Schule in Bananen-Schachtel

Wien
06.11.2009 16:55
Das jüngste EU-Urteil, das Kruzifixe aus den Klassenzimmern italienischer Schulen verbannt, hat auch in Österreich große Wellen geschlagen. In Hernals ist die "kreuzlose Schule" dabei ohnehin längst zur Realität geworden: Dort hat der Schulwart auf Geheiß des Direktors alle Kreuze abgenommen und in Bananenschachteln verwahrt.

Im Landesschulrat betont man, alle rechtlichen Vorgaben strikt einzuhalten. Wolle man mehr Kreuze haben, habe der Gesetzgeber aktiv zu werden. Verpflichtend müssen Kreuze nur dort hängen, wo der Christen-Anteil mehr als 50 Prozent beträgt. Es gibt aber bereits genügend Wiener Pflichtschulen, in denen Kinder anderer Glaubensrichtungen längst die Mehrheit stellen.

Konkrete Zahlen, in wie vielen Klassen noch Kreuze sind, werden unter Verschluss gehalten. Zwar stellt der Magistrat die Kruzifixe zur Verfügung, "wir zählen aber nicht nach, wo was hängt", heißt es im Rathaus. Die Direktoren würden autonom entscheiden.

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll sprach bezüglich des EU-Urteils zuletzt in der "Krone" von einem "Werteverlust", sollte es in Österreich so weit kommen. In Teilen Wiens ist das offenbar bereits Realität...

von Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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