Der Werbespot zeigt den kleinen Tobias und den erwachsenen Stefan, deren Leben durch ein Glas Sekt entscheidend verändert wird. Beinahe zynisch wirkt der Erzähler in dem Clip, der mit süßlicher Stimme vom "ersten Mal mit Alkohol am Steuer" spricht.
"In Kürze werden die ersten Punsch- und Glühweinstände sowie Christkindlmärkte öffnen. So schön diese vorweihnachtliche Tradition auch ist, mein Appell: Lassen Sie ihr Auto stehen oder kommen Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Punschtrinken. Denn durch Alkohol am Steuer gefährdet man nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das der anderen", meinte Bures am Freitag.
Alle zweieinhalb Stunden ein Alko-Unfall
Die Ministerin sieht die Kampagne als Teil der am 1. September in Kraft getretenen Verkehrssicherheitsinitativen (verpflichtender Mopedschein, höhere Strafen, etc.). Es sei eine "wichtige Präventionsmaßnahme". Es dürfe nicht länger weg- oder sogar zugeschaut werden, wenn sich jemand betrunken ans Steuer setzt. Der Spot soll auch die Zivilcourage fördern.
"Alle zweieinhalb Stunden wird in Österreich ein Unfall durch Alkohol ausgelöst, wo Menschen zu Schaden kommen", sagte die Ministerin bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien. Berücksichtigt man bei Alkounfällen die hohe Dunkelziffer (etwa jene Opfer, die nach einem tödlichen Alleinunfall keinem Bluttest mehr unterzogen werden), geht man von einem Anteil von 20 Prozent am gesamten Unfallgeschehen aus, ergänzte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. "Alkohol am Steuer ist eine Geißel, Alkohol tötet", betonte er. 88 Prozent der Alkolenker sind männlich, jeder vierte ist zwischen 18 und 24 Jahre alt.
ÖAMTC und ARBÖ begrüßen Kampagne
Begrüßt wird Kampagne auch von den Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC. "Zweifelsohne fördern derartige Kampagnen die Akzeptanz für oftmals begleitende Sicherheitsmaßnahmen, wie zum Beispiel verstärkte Kontrollen", meinte etwa Verkehrspsychologin Marion Seidenberger vom ÖAMTC. "Dass Alkohol und Autofahren nicht zusammenpassen, muss in unsere Köpfe hinein. Bewusstseinsbildungskampagnen wie diese tragen wesentlich dazu bei", betonte Leo Musil, Geschäftsführer des ARBÖ. Laut VCÖ hat man in Österreich trotz des Rückgangs der tödlichen Verkehrsunfälle im Jahr 2009 das nötige Zwischenziel am Weg zur Erreichung des Verkehrssicherheitziels verfehlt.
In den ersten acht Monaten des heurigen Jahres ist bei Alkounfällen ein Rückgang von 9,5 Prozent zu verzeichnen gewesen (2009: 1.517, 2008: 1.677). Die Zahl der dabei Verletzten ist ebenfalls gesunken, von 2.337 im Jahr 2008 auf 2.090 von Jänner bis August 2009 (minus 10,6 Prozent), in gleichen Zeitraum starben 31 Menschen durch Alkohol am Steuer (2008: 35).








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