Mo, 23. Juli 2018

Betrug im Netz

25.04.2018 10:46

Identitätsdiebstahl trifft immer öfter auch Kinder

Dass Kinder immer jünger online sind, setzt sie auch immer früher Gefahren des Internets aus. Das zeigt eine aktuelle Studie aus den USA. Ihr zufolge wurden alleine dort im Vorjahr über eine Million Kinder und Jugendliche Opfer eines Identitätsdiebstahls oder -betrugs. Besonders besorgniserregend: Zwei Drittel der Betroffenen waren sieben Jahre alt oder jünger.

Die Konsequenzen sind vor allem finanzieller Natur: Laut einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Javelin Strategy & Research verursachte der Betrug mit den Identitäten von Kindern einen Gesamtschaden von 2,6 Milliarden US-Dollar. 540 Millionen Dollar (rund 442 Millionen Euro) davon zahlten Eltern aus eigener Tasche.

„Kindesidentitätsbetrug ist ein sehr reales Problem, aber es wird oft übersehen, da sich die Öffentlichkeit auf Verstöße konzentriert, die die persönlich identifizierbaren Informationen von Erwachsenen betreffen“, heißt es in dem Report. Identitätsbetrug jedoch als „erwachsenes Problem“ abzutun bedeute, „einen extrem verletzlichen Teil der Bevölkerung zu übersehen, dessen Fähigkeiten, sich selbst ohne Hilfe zu schützen, minimal sind“.

Als Gründe für die Zunahme von Identitätsdiebstahl und entsprechenden Betrugsfällen unter Kindern führt die Studie an, dass diese immer öfter schon in frühen Jahren über eigene Online-Identitäten verfügten. Zum anderen habe „die Digitalisierung von schulischen, medizinischen und außerschulischen Aufzeichnungen dazu geführt, dass Kinder anfälliger für Identitätsbetrug geworden sind als je zuvor.“

Täter stammen oft aus dem direkten Umfeld
Doch während nur sieben Prozent der erwachsenen Opfer eines Identitätsbetruges den Täter kennen, wissen 60 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen, wer hinter dem Betrug steckt. In einem Drittel der Fälle zeichnen Freunde oder Bekannte der Familie dafür verantwortlich. „Die größte Bedrohung sind Menschen, die dem Kind nahe stehen“, zitiert CNBC Al Pascual, Vizepräsident für Forschung und Leiter für Betrug und Sicherheit bei Javelin.

Während die Täter bei Erwachsenen vorwiegend auf den Kontostand abzielten, seien Kinder vor allem deshalb interessant, weil sie „unbeschriebene Blätter“ seien. Dies ermögliche es Kriminellen, mehr Schaden anzurichten - etwa indem sie neue Kreditrahmen festsetzten, erläutert der Experte.

Frühzeitige Schulung
Eltern rät das das Unternehmen, Kindern schon frühzeitig beizubringen, wie sie ihre Identitäten in der digitalen Welt schützen können. Bank-Konten sollten zudem überwacht werden: „Die Bekämpfung von Identitätsbetrug von Kindern erfordert, dass Vormünder die Finanzen ihres Kindes proaktiv verwalten und regelmäßig Aktivitäten überwachen, selbst wenn sie erwarten, dass nichts passiert ist“, schreibt Javelin und rät Eltern, Konto-Alarme zu nutzen, insbesondere solche, die an mobile Geräte - etwa per SMS ans Smartphone - gesendet werden.

 krone.at
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