Dieses verwehrte der Austria im Weserstadion in der ersten Spielhälfte nicht nur einen Elfmeter nach Foul von Clemens Fritz am starken Debütanten Marin Leovac, sondern ahndete auch die Abseitsposition beim schließlich entscheidenden ersten Gegentreffer von Tim Borowski (81.) nicht. Was selbst den eher besonnenen Trainer Karl Daxbacher nach der Partie harte Worte abnötigte.
"Die Leistung war in Ordnung, wir sind enttäuscht und stehen wieder mit leeren Händen da. Ein Abseitstor zu kassieren, ist sehr bitter. Hinterfragen muss man aber die Sinnhaftigkeit der zusätzlichen Referees. Die zwei da draußen brauchen wir sicher nicht", urteilte der Niederösterreicher über die von der UEFA neu eingesetzten Torrichter. Sport-Vorstand Thomas Parits bot ebenfalls eine klare Aussage: "Das erste Tor war klar abseits, so etwas darf nicht passieren in so einer wichtigen Phase. Das hat uns das Genick gebrochen."
Herrausragender Tim Wiese
80 Minuten hatte die Austria den seit nunmehr 18 Pflichtspielen ungeschlagenen Hanseaten mehr als Paroli geboten. Mit viel Laufarbeit brachten die ersatzgeschwächten Favoritner den Bundesliga-Zweiten schwer in Bedrängnis. Ein herausragender Tim Wiese im Tor rettete sein Team aber bei Chancen von Acimovic, Sulimani und Liendl vor einem Gegentreffer, bis Borowski und der eingewechselte Hugo Almeida (84.) den "SV Wiese" auf die Siegesstraße brachten.
"Wir haben Chancen gehabt. Eigentlich unglaublich, dass man in Bremen so viele Chancen haben kann. Wiese hat Bremen im Spiel gehalten bis Borowski einen mit dem Kopf reinhaut", meinte Zlatko Junuzovic. Sein im Mittelfeld ebenfalls unermüdlich rackernder Nebenspieler Michael Liendl sah aber gerade hier noch Verbesserungsbedarf. "Auf diesem Niveau bekommt man nicht so viele Chancen. Da muss man diese nutzen, das haben wir heute nicht gemacht."
Nach vier Spielen und bescheidenen zwei Zählern steht die in Gruppe L auf den vierten Tabellenrang abgerutschte Austria in den ausständigen Spielen gegen Athletic Bilbao in Wien und Nacional Funchal auf Madeira nun endgültig unter Siegzwang - muss gleichzeitig auf fremde Schützenhilfe der bereits in die Runde der besten 32 Mannschaften aufgestiegenen Bremer hoffen. "Bilbao muss man sowieso schlagen, dann schauen wir weiter. Klaus Allofs hat gesagt, sie wollen beide Spiele gewinnen", berichtete Austria-Vorstand Markus Kraetschmer.´
Gelungenes Debüt für Leovac
Einer, der sich trotz der Niederlage als Gewinner fühlen durfte, war Debütant Marin Leovac. Der 21-jährige Kroate überzeugte nach den Ausfällen von Suttner und Ortlechner als linker Außenverteidiger mit Drang nach vorne. "Ich habe erst in der Früh erfahren, dass ich spiele. Gedanken habe ich mir schon gemacht, aber nervös war ich nicht wirklich", sagte Leovac, der für die Austria fast auch einen Strafstoß ("Normal ist es ein Elfmeter") herausgeholt hätte.
Meinungen zum Spiel
Karl Daxbacher (Austria-Coach):
"Wir haben in der ersten Hälfte zwei große Chancen gehabt, aber leider nicht genutzt. Und anscheinend ist uns auch ein Elfer vorenthalten worden. Das Führungstor von Bremen war klar abseits, dafür brauchen wir nicht zwei zusätzliche Unparteiische am Spielfeldrand."
Marin Leovac (Austria-Außenverteidiger):
"Wir waren in der erste Hälfte die bessere Mannschaft. Im Finish hat Bremen seine Klasse gezeigt. Wir haben aber mit Pech verloren."
Zlatko Junuzovic (Austria-Mittelfeldspieler):
"Wir sind alle restlos hin. Das jetzt in Worte zu fassen, ist schwierig. Wir haben 80 Minuten extrem gekämpft. Wir haben Chancen gehabt, eigentlich unglaublich, dass man in Bremen so viele Chancen haben kann. Wenn man die Tore nicht macht, dann kriegt man sie hinten. Bitter, dass es abseits war. Es waren noch ein paar Fehlentscheidungen wie der nicht gegebene Elfmeter an Leo(vac). Bremen ist eine Spitzenmannschaft, das hat man gesehen. Die holen sich die drei Punkte, und wir stehen mit leeren Händen da."
Thomas Parits (Austria-Sportdirektor):
"Wir haben heute eine gute Leistung geboten, vor der Pause einige gute Möglichkeiten gehabt. Uns wurde ein Elfmeter nicht gegeben. Das erste Tor war klar abseits. Das sind Entscheidungen, die uns heute leider benachteiligt haben. Die Möglichkeiten hätten wir nützen müssen, wir sind zweimal alleine auf den Tormann gelaufen. Wenn wir in Führung gegangen wären, wäre einiges drin gewesen."
Thomas Schaaf (Werder-Coach):
"Wir haben es jetzt schon nach vier Spielen geschafft. Das ist schon sehr gut. Wir haben uns sehr schwergetan und hinten teilweise fahrlässig gespielt." Zur Leistung von Keeper Wiese meinte der Trainer: "Wir wissen ja: Da ist einer hinten drin, der uns den Rücken freihält."
Tim Wiese (Werder-Tormann):
"Die Austria war die bessere Mannschaft, wir haben absolut scheiße gespielt."









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