Griechen zu stark

Sturm verliert 0:1 und verbaut sich EL-Aufstiegschance

Steiermark
05.11.2009 20:58
Der SK Sturm Graz hat in der Europa League keine Chance mehr auf den Aufstieg ins Sechzehntelfinale. Die Steirer verloren am Donnerstagabend eine schwache Partie in der ausverkauften UPC-Arena gegen Panathinaikos Athen wie schon im "Hinspiel" vor zwei Wochen knapp mit 0:1 (0:0). Sturm ist mit nur einem Punkt weiterhin Gruppenletzter.

Sturm-Coach Franco Foda schenkte der Elf vom 4:0 am Samstag in der Meisterschaft gegen Austria Kärnten das Vertrauen und hatte sich damit für eine defensivere Aufstellung mit Trainersohn Sandro Foda entschieden. Vom Selbstbewusstsein der in der Bundesliga seit sechs Spielen ungeschlagenen Grazer, die sich für die Partie sehr viel vorgenommen hatten, war leider nicht viel zu sehen.

Nervöser Sturm-Start
Kapitän Andreas Hölzl und Co. starteten völlig verunsichert - und die Gäste hätten schon in den Anfangsminuten für die Vorentscheidung sorgen können. Sturm-Goalie Christian Gratzei patzte bei einem mittelmäßigen Katsouranis-Schuss und wehrte diesen in den Corner ab (6.). Auch dabei zeigte sich der ÖFB-Teamgoalie, der in der Meisterschaft seit sechs Spielen ohne Gegentreffer ist, neuerlich unsicher. Zwei Minuten später retteten Weber und Gratzei vor Salpingidis in höchster Not (8.).

Die beste Chance vor der Pause ließ Salpingidis aus: Der Hinspiel-Torschütze überlief den schlecht postierten Sonnleitner, schoss aber aus aussichtsreicher Position doch deutlich daneben (11.).

Erste Grazer Chance in Minute 37
Danach stellten die Griechen ihre Offensivbemühungen ein, kontrollierten aber das Spiel und die Partie plätscherte bis zur Pause richtiggehend dahin. Bei den Grazern war zu wenig Bewegung im Spiel, sie waren nicht in der Lage, ihr gewohntes Offensivspiel aufzuziehen, konnten überhaupt keine Akzente setzen. Bestes Beispiel für die Harmlosigkeit des österreichischen Tabellendritten: Sturms vor der Pause komplett ungefährlicher Toptorschütze Daniel Beichler "prüfte" PAO-Goalie Tzorvas mit einem Edelroller (37.), es war zugleich der erste Torschuss der Heimischen.

Haas und Hassler liegen auf Eis
Drei Minuten später setzte Muratovic einen von Jantscher schön in den Strafraum hineingespielten Freistoß aus 13 Metern in den Himmel (40.). Nach der Pause fanden sich die Grazer etwas besser zurecht, wirklich gefährlich wurden sie allerdings nicht. Daran änderte auch die Einwechslung des schon zu Beginn erwarteten Klemen Lavric nichts. Der 25-fache slowenische Teamstürmer wurde nur einmal - wenige Augenblicke nach seiner Hereinnahme - gefährlich, kam aber im Sechzehner nicht zum Abschluss (62.). Weitere effektive Offensiv-Wechselmöglichkeiten hatte Coach Foda in der Folge nicht mehr, da sowohl der "Griechenland-Spezialist" Mario Haas (wieder Wasser im Knie wegen der Überbelastung) als auch Dominic Hassler kurzfristig ausgefallen waren.

Abseitstor aberkannt
Die Schlussoffensive der Grazer brachte nichts ein, ein Abseitstor von Jantscher wurde wohl zurecht wegen Abseits aberkannt (87.). Auf der anderen Seite hätte Djibril Cisse den Sack zumachen können, fand aber in Gratzei seinen Meister (81.).

Für die Grazer geht es damit in den restlichen beiden Partien nur noch um Rang drei sowie um den ersten vollen Erfolg in der Gruppenphase. Die vorletzte Partie findet am 3. Dezember in Bukarest statt, ehe zum Abschluss am 16. Dezember Galatasaray in die UPC-Arena kommt.

Panathinaikos (9 Punkte) steht nun unmittelbar vor dem Aufstieg, den Galatasaray Istanbul (10) als erstes Team der Gruppe F nach einem 3:0-Auswärtssieg bei Dinamo Bukarest (3) in der vierten Runde schon sicher hat.

Das sagten sie nach dem Spiel
Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Wir haben aus zwei Gründen 0:1 verloren. Erstens hat uns nach vorne die Kreativität und Effizienz gefehlt, die wir ansonst bei den Meisterschaftsspielen immer haben. Zum anderen war der Unterschied zwischen dem Torschützen der Griechen und unserer vergebenen Chance, die Lavric vorgefunden hat. So eine Topmannschaft verwertet solche Möglichkeiten, wir nicht. Ich bin aber nicht enttäuscht, sondern zufrieden. Man darf nicht außer Acht lassen, dass wir ein ganz junges Mittelfeld hatten. Die jungen Spieler brauchen noch Zeit."

Henk ten Cate (Panathinaikos-Athen-Trainer): "Es war schwierig für uns, gegen Sturm zu spielen. Es war ein großer Sieg, aber der große Durchbruch kommt noch in den nächsten Spielen. Heute heißt es, diesen Sieg zu feiern, morgen an das nächste Meisterschaftsspiel zu denken und dann werden wir weiterschauen."

Daniel Beichler (Sturm-Graz-Stürmer): "Wir haben absolut verdient verloren, wir haben quasi keine Torchance vorgefunden. Wir hatten uns vorgenommen, offensiver zu agieren, das ist uns aber in keiner Weise gelungen. Wenn ich gut spiele, bin ich auch von meinen Mitspielern abhängig, wir haben heute alle nicht geleistet, wozu wir imstande sind. Das Ausscheiden ist bitter und traurig, aber wir müssen der Realität ins Auge sehen. Das Vertrauen in die eigene Stärke hat gefehlt."

Oliver Kreuzer (Sturm-Graz-Sportdirektor): "Natürlich bin ich enttäuscht, man rechnet sich immer etwas aus - auch gegen solche Gegner. Man sieht, dass man unterm Strich gegen solche Mannschaften mithalten kann, aber im Endeffekt darf man sich hinten keine Fehler erlauben und muss vorne effektiver spielen."

Daten
Fußball-Europa-League, Gruppe F, 4. Runde: SK Sturm Graz - Panathinaikos Athen 0:1 (0:0). UPC-Arena, 15.322 (ausverkauft), SR Pavel Kralovec/CZE.

0:1 (70.) Katsouranis.

Sturm: Gratzei - Ehrenreich (80. Bukva), Sonnleitner, Schildenfeld,
Kandelaki - Hölzl, S. Foda (83. Weinberger), Weber, Jantscher -
Muratovic, Beichler (60. Lavric).

Panathinaikos: Tzorvas - Gabriel, Vyntra, Sarriegi, Spiropoulos -
Katsouranis, Gilberto Silva - Salpingidis (68. Leto), Simao,
Karagounis (40. Ninis) - Cisse (92. Rukavina).

Gelbe Karten: Hölzl bzw. Spiropoulos.

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