Das Mädchen hatte sich seit Tagen in einem lebensbedrohlichen Zustand befunden. Unter anderem war die Lunge außer Funktion. Bereits am Montagvormittag hatten die Ärzte den Gesundheitszustand der Boznerin als "äußerst kritisch" bezeichnet. Die Kreislaufsituation habe sich "deutlich verschlechtert", es gebe "keinerlei Verbesserung". Die Sauerstoffversorgung der Organe konnte seit Tagen nur durch eine Maschine gewährleistet werden.
Das Mädchen hatte sich vor rund zwei Wochen mit Grippesymptomen an seinen Hausarzt gewandt, danach verschlechterte sich sein Zustand dramatisch. Am 23. Oktober wurde die Elfjährige vom Krankenhaus Bozen in die Innsbrucker Kinderklinik überstellt. Seitdem kämpften die Ärzte um das Leben der jungen Südtirolerin - leider vergebens.
Minister Stöger drückt Anteilnahme aus
Gesundheitsminister Alois Stöger zeigte sich am Montagabend tief betroffen vom Tod der Elfjährigen: "Meine Anteilnahme gilt der Familie des Mädchens - insbesondere den Eltern, denen ich mein tiefes Mitgefühl ausdrücke."
Der Minister unterstrich, dass sich Österreich in den vergangenen Monaten intensiv auf die Neue Grippe vorbereitet habe. "Das Gesundheitsministerium unternimmt mit den Gesundheitsbehörden der Länder, den Kliniken und Ärzten große Anstrengungen im Kampf gegen die Neue Grippe. Umso bedauerlicher, wenn sich die befürchteten Fälle mit Komplikationen nun tatsächlich einstellen", so Stöger.
"Vernünftiger Weg zwischen Panikmache und Verharmlosung"
"Man muss einen vernünftigen Weg zwischen Panikmache und Verharmlosung finden. Ich glaube, es wird darauf hinauslaufen, dass man Kinder vorrangig impfen wird", sagte Pädiater Karl Zwiauer, Mitglied des Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates, in einer ersten Reaktion auf den Tod der Elfjährigen.
Wirklich neu sei die Tatsache, dass Kinder in Sachen Neue Grippe besonders anfällig seien, nicht. Zwiauer: "Kinder sind als Risikogruppe zu betrachten. Ein Sechstel aller Kinder, die in den USA an dieser Influenza gestorben sind, waren vorher völlig gesunde Kinder. Das ist anders als sonst bei der saisonalen Influenza." Beim saisonalen Virus würden Kinder vor allem als Überträger für die Ausbreitung der Krankheit sorgen, seien aber keinem besonderen Risiko ausgesetzt.
20 neue bestätigte Fälle in Tirol
Rund 20 neue bestätigte Neue-Grippe-Fälle wurden am Dienstag in Tirol registriert. Mit 15 entfällt ein Großteil der Neuerkrankungen auf Osttirol. Damit stieg die Anzahl der H1N1-Patienten auf insgesamt 81. Neben den 15 neuen Fällen in Osttirol wurden auch aus dem Bezirk Kitzbühel drei gemeldet, zwei neue Grippekranke gab es im Stadtgebiet von Innsbruck, teilte das Land in einer Aussendung mit.
Mit 43 bestätigten Fällen bleibt Lienz weiterhin Spitzenreiter unter den Bezirken. Auf Rang zwei befindet sich Reutte mit 19 Patienten, danach kommen Innsbruck und Landeck mit jeweils 5. Drei bestätigte Fälle gibt es im Bezirk Innsbruck-Land und einen in Imst.











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