Do, 19. Juli 2018

Digitale Spionage

10.04.2018 12:12

Jeder 2. späht Partner online aus, wenn‘s kriselt

Ob Geburtstagsüberraschung oder Seitensprung - ein Blick auf das Smartphone des Partners kann Dinge zum Vorschein bringen, die früher vielleicht geheim geblieben wären. Und das hat Folgen. So zeigt eine weltweite Kaspersky-Studie: 31 Prozent der Befragten befürchten in kriselnden Partnerschaften, dass ihnen ihr Lebensgefährte digital nachspionieren könnte. Tatsächlich späht sogar jeder Zweite seinen Partner online aus, sobald die Beziehung in der Krise steckt. In funktionierenden Beziehungen macht das etwa jeder Dritte.

Der Wunsch nach Wahrung der eigenen Privatsphäre in einer Partnerschaft steigt, wenn die Beziehung gefährdet ist, und zwar von 54 auf 76 Prozent. Zu den wichtigsten digitalen Geheimnissen, die gewahrt bleiben sollten, fallen Textnachrichten an andere Personen, wie das eigene Geld ausgegeben wird, private Dateien und besuchte Websites. Werden diese kleinen Geheimnisse durch den Partner gelüftet, führt das in jedem dritten Fall zum Streit.

PINs und Passwörter oftmals offene Geheimnisse
Paradox: Zwar sind laut Studie 80 Prozent der befragten Nutzer der Ansicht, dass auch Partner in ihrer Beziehung online wie offline ein Stück Privatsphäre behalten sollten. Gleichzeitig legen aber sieben von zehn Befragten mehr Wert auf ihre Beziehung als auf ihre Privatsphäre. So werden in jeder zweiten Paarbeziehung PINs und Passwörter geteilt und bei jedem vierten Paar ist auch der Fingerabdruck des Partners auf dem eigenen Gerät gespeichert.

„In einer Beziehung werden schnell die Grenzen der Privatsphäre neu definiert, und Partner sind zunächst gerne bereit, sich gegenseitig ihr digitales Leben zu offenbaren“, erklärt Kaspersky-Sprecher Stefan Rojacher. „Doch wenn Paare digitale Geräte und Zugangsdaten miteinander teilen, kann das schnell auf Kosten der Privatsphäre gehen. Es ist wichtig, Transparenz und Ehrlichkeit gegenüber dem Partner mit den Sicherheitsbedürfnissen der digitalen Welt abzuwägen. Das beginnt mit einem offenen Gespräch.“

 krone.at
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