In Russland begraben

Jahrelange Suche nach verschollenem Soldaten beendet

Steiermark
31.10.2009 17:34
"Ich kann mir das noch gar nicht vorstellen – aber wie es ausschaut, werde ich endlich am Grab meines Vaters beten können!" – Maria Fassl wischt sich die Tränen aus den Augen. Die 75-jährige Frohnleitnerin wurde mit Hilfe des Grazer Ludwig-Boltzmann-Instituts (im Bild die Forscher Harald Knoll (li.) und Dieter Bacher) nach jahrelanger Suche in Russland fündig.

Das Grazer Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung beschäftigt sich seit seiner Gründung 1993 mit dem Thema "Kriegsgefangene in der ehemaligen Sowjetunion."

Tochter bat Institut um Hilfe
Nach der Öffnung der russischen Archive stieß Institutsgründer Stefan Karner auf Unterlagen über 130.000 Österreicher, die während des Zweiten Weltkriegs in russischen Lagern interniert waren. In einem dieser Lager, nahe der Ortschaft Tula, starb am 8. August 1945 auch der Soldat Alois Fassl aus Frohnleiten. "Seine Tochter Maria hat sich an uns gewandt", erzählen die Forscher Dieter Bacher und Harald Knoll.

Die beiden durchkämmten alle Akten und fanden schließlich einen Friedhof, in dem Alois Fassl seine letzte Ruhe gefunden haben dürfte. "Zu Allerheiligen besuche ich immer meine Mutter am Friedhof. Jetzt weiß ich auch, wo mein Vater bestattet wurde. Ich möchte schon bald nach Russland fliegen, um für ihn dort ein Gebet zu sprechen", sagt Maria Fassl. Für sie ist eine jahrelange Suche wohl zu Ende...

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