Fr, 20. Juli 2018

Nach Wahlniederlage

31.03.2018 19:00

SPÖ-Karriereplanungen: Raus aus der Depression

Langsam findet die SPÖ nach der Niederlage bei den Nationalratswahlen im Oktober vergangenen Jahres wieder aus ihrer depressiven Phase heraus. In den Umfragen zeichnen sich merkbare Tendenzen einer Erholung ab. Mit bis zu 29 Prozent bei der Sonntagsfrage liegt die langjährige Kanzlerpartei um zwei Prozent besser als noch vor fünfeinhalb Monaten. In der Kanzlerfrage hat SPÖ-Chef Christian Kern zwar einen klaren Rückstand zu Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz, aber er erreicht mit zuletzt 29 Prozent exakt das Niveau seiner Partei.

Unter anderem deshalb soll sich Kern zuletzt dazu entschlossen haben, bis zu den nächsten Nationalratswahlen an der Parteispitze zu bleiben. Böse Zungen behaupten allerdings, dass ein Mangel an lukrativen Angeboten aus der Privatwirtschaft ein weiteres Motiv für Kerns Verbleib in der Politik sein soll.

Will Bures als Bundespräsidentin kandidieren?
Die immer wieder als Kerns Nachfolgerin an der SPÖ-Spitze gehandelte Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures soll sich gegen Bemühungen, sie an die Parteispitze zu holen, erfolgreich gewehrt haben. Der ehrgeizigen Sozialdemokratin wird nachgesagt, dass sie höhere Ziele verfolge. Politische Weggefährten könnten Bures zu einem geeigneten Zeitpunkt für die turnusmäßig im Herbst 2022 stattfindende Bundespräsidentenwahl als SPÖ-Kandidatin ins Spiel bringen. Hört man jedenfalls.

Nicht auszuschließen ist jedoch, dass Bures noch parteiinterne Konkurrenz bekommt. Dem nach seinem Erfolg bei den Landtagswahlen massiv gestärkten Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser werden nämlich ebenfalls Ambitionen auf das höchste Amt im Staat nachgesagt.

Eine Konstellation mit einer gewissen Pikanterie: Bures und Kaiser gelten als enge Freunde des gescheiterten Kanzlers und seit einigen Jahren in eher recht merkwürdigen Weltregionen tätigen Geschäftemachers Alfred Gusenbauer.

Andere Pläne verfolgen die SPÖ-Zirkel mit dem geschäftsführenden Klubobmann Andreas Schieder. Nach der Niederlage gegen Michael Ludwig um das Erbe des Wiener Langzeitbürgermeisters Michael Häupl weiß keiner so recht, wohin Schieder. Zumal das Verhältnis zu Parteichef Kern als nicht sehr harmonisch gilt. Wahrscheinlichste Variante: Schieder wird 2019 als SPÖ-Kandidat bei den EU-Wahlen nach Brüssel geschickt.

Claus Pándi, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.