Düstere Aussichten

17-jährige Klagenfurterin muss ins Gefängnis

Kärnten
11.09.2009 16:58
Manchmal fragt sich der Laie, ob Jugendprozesse wirklich eine gar so abschreckende Wirkung auf den kriminellen Nachwuchs haben. Denn die 17-Jährige, die da in einen Jeans-Mini gequetscht und mit mildem Lächeln vor dem Richter sitzt, zeigt weder besondere Einsicht noch lässt sie auf Zukunftsaussichten hoffen.

Volksschule, Hauptschule, mehr nicht. Keine fertige Ausbildung, dafür Drogenerfahrung und viele falsche Freunde. Und Eltern, welche die Tochter beim Prozess alleine lassen.
 
Raub wird der 17-Jährigen vorgeworfen, dazu Diebstähle in Kirchen und Schulen, Messerattacken auf andere Mädchen, eingeschlagene Fenster und mit NS-Symbolen verschmierte Wände. „Wieso macht man so was?“, fragt der  Richter. Achselzucken.
 
„Ist Ihre Drogensucht mit schuld?“ Zum ersten Mal wird die Klagenfurterin munter. „Ich bin nicht süchtig!“, giftet sie zurück. „Der Psychiater sagt aber ...“

... „Ich sage etwas anderes!“ Jetzt zuckt der Rat die Schultern. „Ja, wenn Sie keine Hilfe wollen ...“

16 Monate Gefängnis
... wandert die Jugendliche eben für die nächsten 16 Monate hinter Gitter. Ihre Aussichten sind düster. Weswegen das Gericht den Opfern empfiehlt, auf kein Geld zu hoffen: „Da wird wohl nie was zu holen sein!“

von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
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