Immerhin hat er schon 13 Vorstrafen in seiner Heimat auf dem Kerbholz und in Italien wurde er ebenfalls bereits wegen des Überfalls auf eine Bank in Bozen verurteilt. Jetzt ist er wegen der Coups in Hart bei Riegersdorf dran, wo er gemeinsam mit seiner Freundin (51) gleich zweimal – 2006 und 2007 – zugeschlagen und an die 86.000 Euro Beute gemacht hat.
Radiowecker und Knetmasse als Bombe
„Ich wollte niemanden verletzen“, beteuert er gleich zu Prozessbeginn. „Niemals hätte ich eine echte Bombe genommen!“ Seine Attrappe wirkte allerdings täuschend echt, war aber zum Glück harmlos: ein Radiowecker und Knetmasse dienten als Zubehör.
Für Justitia ist der Raub also auch kein „schwerer mit Waffengewalt“ – der Angeklagte kommt daher mit fünf Jahren Haft recht milde davon, seine Komplizin sitzt bereits eine dreijährige Strafe ab. „Puh“, sagt er auch gleich. „Das ist okay, das nehme ich an.“ Jetzt wird die Richterin neugierig: „Ja, mit welcher Strafe hätten Sie denn gerechnet – seien Sie ehrlich, ich kann das Urteil nicht mehr ändern?“ „Also mit zehn Jahren schon!“
Wo der 57-Jährige einsitzen wird, ist noch offen. Italien hat ihn ausgeliefert, Deutschland möchte ihn haben, er aber kennt alle Justizanstalten und würde lieber in einem österreichischen Gefängnis büßen. „Ich bin aus Deutschland abgehauen und will bei Ihnen bleiben. Hier sind die Leute viel freundlicher!“ Warum er diese Freundlichkeit mit Kriminalität vergolten hat, darüber schweigt er aber...
von Kerstin Wassermann ("Kärntner Krone")
Bild: Aufnahme vom Überfall im November 2006
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