Vergangenen Samstag war es wieder einmal soweit: Der Himmel öffnete seine Schleusen, Bäche traten über ihre Ufer, binnen Stunden standen ganze Siedlungen unter Wasser – die Stadt Graz wurde zum Katastrophengebiet erklärt.
Dauereinsatz für Feuerwehr
235 Mal mussten die Grazer Feuerwehren am Samstag ausrücken, insgesamt waren rund 150 Mann im Einsatz. Erst allmählich entspannte sich die Lage wieder, bis am Sonntag in der Früh endlich die erhoffte Entwarnung gegeben werden konnte.
Straßenzüge in Sturzbäche verwandelt
Am stärksten betroffen – wie immer, wenn der große Regen kommt – waren die Bezirke Andritz, St. Peter und Liebenau sowie Mariatrost. Binnen weniger Stunden verwandelten sich dort ganze Straßenzüge in reißende Sturzbäche, Keller wurden überflutet, in St. Peter bestand kurzfristig sogar die Gefahr einer Hangrutschung.
Schäden in Millionenhöhe
Laut einer ersten Schätzung entstanden Schäden in Millionenhöhe! Da werden natürlich schmerzhafte Erinnerungen wach – an das Jahrhunderthochwasser im August 2005. Damals war in Andritz de facto der ganze Bezirk überflutet. Die Politik versprach den Anrainern damals Maßnahmen für einen verbesserten Hochwasserschutz – doch was wurde gehalten?
Anrainer fühlen sich im Stich gelassen
Viele Grazer, vor allem in Andritz, fühlen sich seit Jahren schlichtweg im Regen stehen gelassen: "Es geht einfach nichts weiter", kritisiert ein Anrainer das aus seiner Sicht bisher zu zaghafte Vorgehen der Stadt.
Soforthilfe-Maßnahmen beschlossen
Zudem würden immer noch Retensionsflächen verbaut. Die Stadt verteidigt sich: Alles sei auf Schiene, die Verantwortung für Verzögerungen weist man im Rathaus zurück. Am Montag wurden erste Soforthilfe-Maßnahmen beschlossen – je nach Ausmaß der Schäden wird die Stadt 500 bzw. 1.000 Euro vorfinanzieren.
von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"
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