"Das reicht nicht"

Diskussion um Badeverbot entbrannt

Der tödliche Unfall in der Traisen hat eine Debatte über Badeverbote ausgelöst. Die Stadt St. Pölten zeigte sich am Montag gegenüber dem Vorschlag der Stadtpolizei skeptisch und kündigte ein Expertengespräch an. Es soll noch in den nächsten Tagen über die Bühne gehen.

In Ratzersdorf waren am Freitagnachmittag eine 31-jährige Frau und ihr 36-jähriger Partner beim Baden in den Strudel einer Wehranlage geraten und ertrunken. Am Samstag musste dann auch ein Rettungstaucher in höchster Not ans Ufer gezogen werden (Bild). Bereits vor drei Jahren war an derselben Stelle eine 53-jährige Frau ertrunken.

"Baden birgt immer Gefahren"
Das Todesdrama vom Freitag soll nicht ohne Konsequenzen bleiben. Noch herrscht aber Uneinigkeit, wie das Problem von Badeunfällen zu lösen ist. Am Sonntag forderte die Stadtpolizei ein Badeverbot. Doch bereits am Montag warnte St. Pöltens Magistratsdirektor-Stellvertreter Martin Gutkas: "Mit einem Verbotsschild ist es nicht getan. Baden birgt immer Gefahren, speziell in einem Fluss."

Baden in öffentlichen Gewässern stelle außerdem einen Gemeingebrauch dar, der ohne besondere Bewilligung unentgeltlich erlaubt sei. "Die Enscheidung, im Fluss zu schwimmen, liegt überwiegend in der Eigenverantwortung der Bürger."

Wasserretung setzt auf Aufklärung
Laut der Wasserrettung St. Pölten wäre es am wirkungsvollsten, über die Gefahren aufzuklären, die beim Schwimmen in einem Hochwasser führenden Fluss bestehen. Eine Gefahr, die jede Hoffnung auf Selbstrettung ausschließe, würden beispielsweise Wehren bilden.

Das St. Pöltner Rathaus erklärte am Montag auch, dass die Traisen nach wie vor erhöhtes Wasser mit hoher Fließgeschwindigkeit führt. Die sogenannten "Wasserwalzen" bei Wehren würden demnach weiterhin eine Gefahr darstellen.

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