Die Österreicher leisteten sich vor 50.000 Zuschauern vor der Pause nur einen gravierenden Fehler, der führte allerdings zum schlussendlich entscheidenden 0:1. Nach missglückten Abschlägen von Goalie Gspurning und Innenverteidiger Stranzl foulte der ÖFB-Goalie den durchbrechenden Lazovic im Strafraum, und Nenad Milijas sorgte für das schnelle 1:0 (7.).
Danach waren die ersatzgeschwächten Gäste überraschend über weite Strecken die tonangebende Mannschaft, blieben aber im Abschluss glücklos. Bei der besten Chance traf der eingewechselte Red-Bull-Salzburg-Stürmer Marc Janko nur die Latte (77.).
Zwei Debütanten von Beginn an dabei
Teamchef Constantini überraschte mit einer extrem mutigen Aufstellung, schenkte er mit Prödl-Ersatz Dragovic und Jantscher doch gleich zwei Debütanten von Beginn an das Vertrauen. Und die Österreicher versteckten sich im mit 50.000-Zuschauer gefüllten Hexenkessel auch keineswegs, kamen schon nach 52 Sekunden zur besten Chance im Spiel. Maierhofer wurde glücklich bedient, zog alleine auf Serbien-Goalie Stojkovic zu, schoss aber etwas stümperhaft am langen Eck vorbei (1.).
Eigenfehler führt zu Elfertor für Serbien
Ein schrecklicher Eigenfehler fünf Minuten später warf die Österreicher aber schnell weit zurück. Nach einem Einwurf missglückte zuerst Gspurning und dann Stranzl der Abschlag, und der ÖFB-Goalie konnte sich gegen Lazovic im Strafraum nur noch mit einem Foul helfen. Den verhängten Strafstoß verwertete Roter-Stern-Belgrads Milijas zum 1:0 (7./2. Teamtreffer im 9. Spiel). Die Hausherren begnügten sich in der Folge aber vor der Pause mit dem Verwalten der Führung, einzig Vidic deutete mit einem Kopfball nach einem Corner seine Gefährlichkeit an (11.).
Junge ÖFB-Truppe machte das Spiel
Sonst machte die junge ÖFB-Truppe das Spiel, bot eine gefällige Leistung und kam auch einige Male in die Nähe des Ausgleichs. Stojkovic parierte einen von Hoffer abgefälschten Scharner-Schuss zur Ecke (20.), Maierhofer schoss aus 20 Metern mit links drüber (23.), ein Schiemer-Kopfball ging genau in die Hände des Serbien-Goalies (37.), und Hölzl setzte einen Halbvolley nach schöner Vorarbeit des starken Jantscher doch deutlich über das Tor (45.).
Nach dem Seitenwechsel änderte sich nur wenig am Spielgeschehen, Kapitän Paul Scharner und Co. boten eine starke Vorstellung und waren zumindest ebenbürtig. Nach einer scharfen Maierhofer-Hereingabe rettete Ivanovic vor Hoffer per Kopf (48.), zudem ging ein Kopfball von Schiemer über das Tor (49.).
Janko trifft aus 20 Metern nur Querlatte
In der 57. Minute brachte Constantini mit Janko und Okotie zwei frische Spitzen (für Maierhofer und Hoffer). Und auch das Duo fügte sich nahtlos ein. Österreichs Torschützenkönig nahm sich aus etwas mehr als 20 Metern ein Herz und traf genau die Querlatte (77.), Goalie Stojkovic wäre geschlagen gewesen. Zuvor hatten auch Jantscher (62./drüber) und Pehlivan (66./genau auf Stojkovic) zumindest Halbchancen vorgefunden.
Doch auch die Serben waren im Gegensatz zur ersten Hälfte gefährlicher, da die Österreicher auf den Ausgleich drängten und sich dadurch Konter für die Hausherren ergaben. Gspurning hielt einen Jovanovic-Kopfball sicher (69.) und machte einen Pantelic-Schuss mit einer Faustabwehr zunichte (74.). Bereits in der 60. Minute hatte Jankovic mit einem Freistoß nur das Aluminiumgehäuse getroffen.
Aufgeheizte Atmosphäre vor dem Spiel
Das Match war von einer aufgeheizten Atmosphäre begleitet worden. Der Sektor der etwa 300 Österreich-Fans im mit 50.000 Zuschauern praktisch ausverkauften "Marakana"-Stadion in Belgrad musste schon vor Spielbeginn von Sicherheitskräften verkleinert werden, nachdem aus der serbischen Kurve bengalische Feuer in die Menschenmenge geworfen worden waren.
Auch die Österreicher schossen daraufhin verbotene Feuerwerkskörper in Richtung der Serben. Über Verletzungen war vorerst nichts bekannt. Schon als die ÖFB-Elf zum Aufwärmen erschienen war, wurde sie von einem gellenden Pfeifkonzert empfangen - von Pfiffen war auch die österreichische Bundeshymne vor Matchbeginn begleitet.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.