Sa, 21. Juli 2018

(Un)gesunde Bräune

07.05.2009 14:25

So gefährlich sind Solarien

Ein brandgefährlicher Trend, der sich besonders bei jungen Frauen durchgesetzt hat, ist die künstliche Bräune aus dem Solarium: Der perfekte Beachbody ist für viele nämlich nicht nur durchtrainiert, sondern bereits vor der ersten Enthüllung am Strand knackig braun. Doch leider ist die Vorbräune aus dem Solarium mit vielen Gefahren verbunden. Dermatologen warnen seit Jahren: Künstliche Sonne fördert die Hautalterung, frühe tiefe Falten und eine knittrige Haut sind der Preis, Schwangere riskieren eine dunkle Pigmentierung. Britische Experten haben die Krebsgefahr durch Solarien nun sogar auf eine Stufe mit der Gefahr von Zigaretten oder Asbest gestellt.

Wer sich noch vor seinem 30. Lebensjahr regelmäßig der UV-Strahlung aussetzt, erhöht sein Hautkrebsrisiko um 75 Prozent, warnt die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC). Die größte Gefahr bestehe für Kinder oder junge Erwachsene

Wer geglaubt hat, dass Solarien in den 80er- und 90er-Jahren gefährlich gewesen seien, inzwischen die technologische Entwicklung aber „sichere“ Geräte hervorgebracht hat, die weniger Hautschäden anrichten, wurde Anfang 2009 von einem Test der AK Oberösterreich eines Besseren belehrt. Von 20 in der Umgebung von Linz, Wels und Steyr getesteten Sonnenstudios setzen alle (!) ihre Kunden Bestrahlungswerten über der gesundheitlich vertretbaren Dosis aus. Nicht einmal jedes dritte Studio bot aktiv Sonnenbrillen an, die Beratung ließ zu wünschen übrig.

Stärker als die Mittagssonne am Äquator
Ein Großteil - 85 Prozent - der Sonnenbänke strahlten stärker als die Mittagssonne am Äquator, die stärkste Sonnenstärke, die man auf der Erde abbekommen kann. Im Vergleich zum Vorjahr haben sowohl die Dosis pro Sonnenbad als auch Geräteleistung zugenommen, fanden die Konsumentenschützer heraus.

Sonnenbänke bestrahlen den Körper mit ultraviolettem Licht. Vor allem UVA-Strahlen kommen zum Einsatz, sie sorgen für eine schnelle, oberflächliche Bräunung. UVA-Strahlen schädigen die Haut längerfristig, sie lassen sie altern, was sich in Falten, Schlaffheit und Pigmentstörungen ausdrückt. UVB-Strahlen führen zu einer längerfristigen Bräune, bergen aber ein noch höheres Gesundheitsrisiko. Das Hautkrebsrisiko ist noch höher, die Erbsubstanz in den Zellen kann geschädigt werden.

Tipps für den sicheren Solariumsbesuch
Wer trotz der Gefahren nicht auf Besuche im Sonnenstudio verzichten oder sich weiterhin mit einem Heimgerät bestrahlen will, sollte folgende Tipps beherzigen:

  • Wer an einer Hauterkrankung leidet, viele Muttermale hat oder Medikamente einnehmen muss, sollte vor dem Besuch des Solariums ärztlichen Rat einholen.
  • Bei der Nutzung des Solariums sollte auf Make-up, Parfums, Körperlotionen oder Körpersprays verzichtet werden.
  • Nie ohne Augenschutz ins Solarium.
  • Nicht öfter als einmal pro Woche bestrahlen bzw. maximal 30 Mal pro Jahr (die Zahl von 50 Sonnenbädern im Jahr ist inzwischen überholt).
  • Bei den 30 erlaubten „Sonnenbädern“ alles mitzählen, bei dem du dich der Sonne aussetzt. Also auch eine Tageswanderung in der prallen Sonne, ein Tag am Strand, ein Besuch im Zoo bei Sonnenschein oder, wenn du im Freien arbeitest, ein Arbeitstag in der Sonne.
  • Solarien erhöhen das Risiko einer Hautkrebserkrankung. Das heißt: Einmal im Jahr zum Hautcheck beim Dermatologen!
  • Solariumsbestrahlung baut keinen UV-Schutz vor der Sonne auf! Wer sich in die Sonne legen will, sollte dem Hauttyp entsprechende Sonnencremen verwenden.
  • Werdende Mütter sollten bei der Nutzung von Solarien besonders vorsichtig sein. Die Schwangerschaftshormone können einer dunkleren Pigmentierung der Haut führen. In vielen Fällen kommt es zu einer stärkeren Einfärbung der sogenannten Linea nigra, einer Linie, die vom Bauchnabel nach unten führe. Außerdem könnte die Haut mit Hautreizungen oder Sonnenallergie reagieren.

Wer sollte Solarien gänzlich meiden?
Völlig auf künstliche Bräune aus dem Solarium verzichten sollte, wer ...

  • viele Pigmentflecken (40 bis 50) hat,
  • bereits in der Kindheit viele Sonnenbrände hatte,
  • zu Sommersprossen neigt,
  • sehr helle Haut hat,
  • an Hautkrebs erkrankt ist,
  • eine Organtransplantation hatte,
  • jünger als 18 Jahre ist.

Besonders Kinder unter 16 Jahren sollten auf keinen Fall auf eine Sonnenbank! Viele Staaten, wie zum Beispiel Großbritannien, haben inzwischen Gesetze geschaffen, die Minderjährigen den Besuch von Solarien verbietet. Die Haut von Kindern ist sehr dünn und noch wenig wiederstandfähig. Solarien könnten schwere Schäden im Erbgut anrichten.

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