Austria Kärnten - Altach 0:3
Die Gäste aus Vorarlberg begannen überaus engagiert und hatten bereits in Minute zwölf eine Riesenchance, doch Kärnten-Schlussmann Schranz entschärfte den Schuss von Schoppitsch aus kurzer Distanz (12.). Wenig später nutzte Altach aber die eklatanten Abwehrschwächen der Hausherren gnadenlos aus: Vorisek, der sich nach Doppelpass mit Jun gegen Bubenik durchsetzte, besorgte mit seinem vierten Saisontor die hochverdiente Führung für die Zellhofer-Elf (15.).
Für Kärnten war dieser Gegentreffer aber keineswegs ein Weckruf. Auch in der Folge grenzte die Leistung der Schinkels-Elf in Hälfte eins an Arbeitsverweigerung, vor allem die Szene, die zum 0:2 führte, war bezeichnend: Manuel Weber spielte mit einem verunglückten, weil viel zu kurzen Rückpass im Mittelkreis dem lauernden Jun genau in den Lauf, eine Chance, die sich der Tscheche nicht entgehen ließ und vom Elfer trocken verwertete (42.).
Nach der Pause entschied Jun dann mit seinem fünften Saisontor die Partie endgültig: Nach einem Freistoß von Vorisek aus knapp 20 Metern fälschte der 26-Jährige den Ball mit seiner Kehrseite unhaltbar für Schranz ins lange Eck ab (69.). Zuvor hatte sich Altach-Tormann Schicklgruber ausgezeichnet und zwei Chancen der Kärntner auf den Anschlusstreffer zunichtegemacht (46., 63.).
Unterm Strich ging das Ergebnis aber trotzdem auch in dieser Höhe in Ordnung. Es war nicht nur der erste Sieg für Altach seit dem 2:1 am 27. Februar im Heimspiel gegen Austria Wien, sondern auch der erst zweite in den jüngsten 24 Auswärtspartien. In dieser Saison hatten die Vorarlberger bisher nur am 5. Oktober gegen LASK Linz (3:1) in der Fremde gewonnen.
Sturm Graz - LASK 2:0
Der LASK kam der Foda-Elf bei bestem Fußballwetter sehr entgegen. Die Linzer, bei denen der gesperrte Kapitän Vastic fehlte, erinnerten vor allem in den ersten 45 Minuten an einen Absteiger ohne Abstiegsangst. Sturm diktierte das Spiel fast nach Belieben, die Linzer kamen offensiv kaum zur Geltung und offenbarten in der Defensive große Schwächen. Graz hingegen fand mehrere guten Chancen vor und ging verdient mit 2:0 in die Pause.
In der 27. Minute reichte Jantscher am rechten Sechzehner-Eck ein beschwingter Wackler gegen Wisio, dann war die Bahn frei für einen schönen Bananenschuss, den Zaglmair passieren lassen musste. Wenig später riss Jantscher nach harmonischem Zusammenspiel zwischen Hassler und Haas der Ball zwar ab, Hölzl nützte den Abpraller von der Strafraumgrenze aber zu einem wuchtigen Schuss zum 2:0 (33.).
Bezeichnend, dass sich die "beste" Linzer Szene in der Halbzeit zutrug. Der glücklose Roman Wallner, vom Publikum während der ersten Hälfte mehrmals geschmäht, revanchierte sich beim Abgang in die Kabine mit dem "Stinkefinger" in Richtung Tribüne und wurde von Schiedsrichter Hofmann gestellt. Der Dialog: Hofmann: "Lassen Sie das!" Wallner: "Dafür willst Du mir Gelb-Rot geben?" Die Antwort folgte prompt, der bereits Gelb verwarnte "Athletiker" sah die Ampelkarte.
An der Dominanz der Steirer änderte sich nach dem Seitenwechsel wenig, auch wenn der dezimierte LASK das flüssige Kombinationsspiel der Hausherren etwas besser unterband. Harmlosigkeit und Planlosigkeit im Spielaufbau prägte den Auftritt der Linzer, die keinen einzigen Eckball treten durften, freilich weiterhin, ganz allgemein verlor das Duell an Fahrt. Sturm beschränkte sich mit Ausnahme der ersten zehn Minuten auf das Verwalten des Vorsprungs und durfte dabei sogar noch Kräfte schonen.
SV Mattersburg - Kapfenberg 3:1
Mattersburg hatte mehr Spielanteile, war jedoch über weite Strecken des Spiels ungefährlich. In der Anfangsphase vergaben Ostoja Stjepanovic (8.) und Cem Atan (16.) gute Möglichkeiten. Erst ein schwerer Fehler von Kapfenberg-Goalie Martin Eisl bescherte den Burgenländern den Führungstreffer. Eisl ließ in der 24. Minute eine Flanke von Alexander Pöllhuber fallen, Ilco Naumoski reagierte am schnellsten und vollierte den Ball in die Maschen.
Die Kapfenberger agierten völlig harmlos und kamen nur durch ein Geschenk zurück ins Spiel. Ersatzmann Roland Gerdenitsch, der in der Pause für den am linken Ellbogen verletzten Mattersburg-Tormann Stefan Bliem eingewechselt worden war, verpatzte gleich seine erste Aktion. Er ließ eine harmlose Schellander-Freistoßflanke fallen und riss im Nachfassen den Kapfenberger David Sencar mit zu Boden. Den fälligen Strafstoß verwertete Patrik Siegl (51.) gleich zweimal, da Schiedsrichter Fritz Stuchlik den Elfmeter wiederholen ließ.
Danach wurde es hektisch. Nach einem Gerangel im Kapfenberg-Strafraum sah Robert Schellander Gelb-Rot, zusätzlich verteilte Stuchlik weitere elf gelbe Karten. Mattersburg, das den Sieg im Abstiegskampf dringend benötigte, machte weiterhin mehr fürs Spiel, jedoch war das Bemühen lange brotlos. In der 74. Minute versuchte es Cem Atan mit einem wuchtigen Schuss, Eisl klärte jedoch zum Corner.
Als das Spiel schon in einem Haufen Gehässigkeiten und Fouls versandet war, sorgte Carsten Jancker doch noch für den Mattersburger Sieg. Der eingewechselte Stürmer köpfelte in der 88. Minute eine weite Freistoßflanke von Manuel Seidl ins Tor. Stuchlik ließ ganze neun Minuten nachspielen, in der 99. Minute sorgte Thomas Wagner aus einem Konter für das 3:1.
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