Für Wiener Neustadt war es die erste Niederlage in den vergangenen 18 Pflichtspielen, sie verhinderte auch das erste ÖFB-Cupfinale ohne Beteiligung eines Vereins aus der obersten Spielklasse. Die Austria bleibt indes Dauer-Abonnent auf einen Platz im Cup-Endspiel: Die "Veilchen" stehen zum sechsten Mal in Folge im Finale, die letzte Pokal-Niederlage in der regulären Spielzeit datiert vom 19. März 2002, als man im Achtelfinale gegen Untersiebenbrunn ausschied.
Wiener dominierten
6.800 Fans, darunter rund 1.500 Austria-Anhänger, sahen in der ersten Hälfte eine dominierende Wiener Mannschaft, die von Beginn an aktiver und mutiger auftrat. Die Hausherren hatten es vor allem Schlussmann Fornezzi zu verdanken, nicht schon vor der Pause in Rückstand geraten zu sein. Der Slowene klärte mehrmals, entschärfte in der 21. Minute mit dem Fuß die wohl beste Möglichkeit durch Okotie.
Ex-Austrianer sichtlich motiviert
Erst nach einer guten halben Stunde musste die Daxbacher-Elf, die auf ein 4-3-2-1 mit Bazina und Acimovic hinter der Speerspitze Okotie setzte, dem Gegner mehr Terrain lassen. Wiener Neustadt mit den sichtlich motivierten Ex-Austrianern Fornezzi, Simkovic, Aigner und Kuljic war zwar schon zuvor zu einigen Halbchancen gekommen, wurde unter den Augen von Geldgeber Frank Stronach aber tatsächlich gefährlicher. In der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte strich der Ball nach einem von Kuljic verlängerten Kolousek-Freistoß nur knapp an der Stange vorbei.
Austria kontrollierte Spiel
Die Hoffnungen Wiener Neustadts machte nur zwei Minuten nach Wiederbeginn aber Okotie zunichte. Fornezzi hatte einen Blanchard-Weitschuss zwar pariert, aber direkt zum lauernden Stürmer befördert, der aus wenigen Metern trocken einschoss (47.). Die Niederösterreicher versuchten zwar auch in der Folge, Druck auszuüben, kamen dabei aber meist nicht über Vorstöße bis zum 16er hinaus. Die Austria hielt das äußerst faire (nur eine Gelbe Karte) Spiel erfolgreich unter Kontrolle, kam auch noch zu einer Handvoll Möglichkeiten. Die einzigen beiden guten Chancen der Gastgeber machte Safar zunichte: In der 56. Minute klärte er allein gegen Martinez, kurz vor dem Ende konnte er vor Aigner retten (89.).
Kleinere Scharmützel nach dem Schlusspfiff
Blieb es während des Spiels größtenteils ruhig, kam es danach trotzdem noch zu kleineren Scharmützeln durch aufs Spielfeld stürmende Austria-Fans und zu acht Festnahmen. Es lägen Fälle von Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vor, sagte Wiener Neustadts Polizeidirektor Anton Aichinger. Beim Bahnhof Wiener Neustadt Nord stürzte indes ein alkoholisierter Wiener aus einem Zug und zog sich dabei Rissquetschwunden, eine Gehirnerschütterung und Hautabschürfungen zu.
Bei den Zwischenfällen nach der Begegnung wurden laut Bilanz der Polizei auch drei Uniformierte und ein szenekundiger Beamter leicht verletzt. Für die als Risikospiel eingestufte Cup-Partie waren u.a. Beamte der Einsatzeinheit des Landespolizeikommandos Niederösterreich aufgeboten.
Stimmen zum Spiel
Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "Als Favorit ist es mit dem Druck immer schwierig, dazu kam die Situation mit Magna. Es war das erwartet schwere Spiel. Die ersten 20 Minuten waren gut, dann ist Wiener Neustadt stärker geworden. Aber sie haben keine zwingenden Chancen gehabt. Es war kein überragendes Spiel, aber es zählt nur der Aufstieg. Ich bin sehr zufrieden."
Rubin Okotie (Austria-Torschütze): "Ich bin glücklich, im Finale zu stehen, und meinen ersten Cuptitel holen zu können. Fornezzi hat gut gehalten, er hatte keine Schuld. Es war ein schwieriges Spiel mit der Brisanz durch Magna. Die Fans haben uns super unterstützt, aber was nachher abgegangen ist, gehört nicht zum Fußball." (Anm.: Nach dem Abpfiff waren Austria-Fans zum Magna-Sektor gestürmt und mussten von der Polizei abgedrängt werden.)
Franz Schiemer (Austria-Abwehrspieler): "Es war ein sehr gutes Cupspiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten, die höhere Klasse hat sich letztlich durchgesetzt. Die zweite Hälfte haben wir kontrolliert und verdient gewonnen. Im Finale wollen wir unsere Amateure rächen."
Helmut Kraft (Wiener-Neustadt-Trainer): "Die Austria war einfach selbstbewusster, hat die Vorgaben besser umgesetzt. Meine Spieler waren einfach zu ehrfürchtig. Ich habe gehofft, dass das volle Stadion die Mannschaft beflügelt, das Gegenteil ist passiert. Ab morgen zählt nur mehr die Meisterschaft. Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es, wenn wir aufsteigen, jedes Wochenende so ist."
Sanel Kuljic (Wiener-Neustadt-Stürmer): "In der ersten Hälfte haben wir es verabsäumt, ein Tor zu machen, da muss ich mich auch selbst an der Nase nehmen. Unterm Strich war der Sieg für die Austria verdient. Die Hasstiraden gegen meine Person haben mich aber schwer getroffen."
Das zweite Halbfinalspiel zwischen der Admira und den Austria Amateuren fand bereits am Dienstag statt, die Admira setzte sich mit 3:1 durch
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