"Wir versuchen, sobald sich ein Trend nach unten zeigt, diesen auch weiterzugeben", entgegnete der OMV-Sprecher den im Raum stehenden Vorwürfen der BWB, Preissenkungen würden "mit auffälligen, tagelangen Verzögerungen" an den Verbraucher weitergegeben. Die Studie der BWB liege der OMV jetzt erst vor, und es werde nun analysiert, wie die Wettbewerbsbehörde zu diesem Ergebnis gekommen sei, ehe man näher dazu Stellung nehmen könne.
OMV: Wettbewerb funktioniert
Alle Ölmultis in Westeuropa orientierten sich an den Preisen der Produktenbörse in Rotterdam. "Wir können uns weder dem internationalen Trend entziehen noch die Preise gestalten", bekräftigte Huemer. Die OMV müsse sich außerdem dem Wettbewerb in Österreich stellen. Die rasch wechselnden Preise an den Tankstellen seien ein Zeichen dafür, wie stark der Konkurrenzkampf sei.
Wettbewerbsexperten sehen diese Orientierung am Rotterdamer Preisniveau weitaus kritischer. In Rotterdam würden die Preise für die Spitzenabdeckung festgesetzt: das heißt, die Preise für fünf Prozent des Marktes bilden die Basis für die Massenprodukte Diesel und Benzin.
"Österreicher tanken unter dem EU-Schnitt"
Dass durch diese Orientierung am Spitzenpreisniveau die OMV bei jedem Preisanstieg in Rotterdam auf Kosten der Konsumenten verdiene, stimme nicht, sagte Huemer: Die Ölkonzerne würden an der internationalen Öl- und Gasförderung verdienen. Das Tankstellengeschäft finde europaweit in einem Verdrängungsmarkt statt, wo harter Wettbewerb herrsche und auch Tankstellen vom Markt verschwinden würden. Der österreichische Autofahrer tanke "brutto wie netto" unter dem EU-Schnitt, so der OMV-Sprecher.
Wie berichtet weisen die Mineralölkonzerne laut BWB in ihrer Argumentation zu den Preisbewegungen stets darauf hin, dass sie "nur" den internationalen Preisbewegungen, im speziellen den Produktenpreisen gemäß Platts-Notierungen (www.platts.com) in Rotterdam folgen. Die BWB habe diese Notierungen mit den Preisen an heimischen Tankstellen verglichen und festgestellt, dass entgegen den Behauptungen der Mineralölwirtschaft und den Ergebnissen früherer Studien im Untersuchungszeitraum 2004 bis Anfang 2008 Preissteigerungen wesentlich schneller an die heimischen Kunden weitergegeben worden seien als Preissenkungen.
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