Täter ist geständig

Mildes Urteil für 44-Jährigen Alkolenker

Kärnten
03.07.2008 10:34
Vor rund einem halben Jahr ist ein stark alkoholisierter Autofahrer in eine Menschengruppe gefahren. Die drei Frauen überlebten den Unfall. Nun wurde der 44-Jährige verurteilt: er kommt ohne Haftstrafe davon!

Die gute Nachricht zuerst: Die drei Fußgängerinnen, eine Frau und ihre zwei Töchter, sind wieder wohlauf. Ausnahmsweise hat auch die Versicherung das Schmerzengeld bereits bezahlt. Was aber nichts an der strafrechtlichen Verantwortung des Lenkers ändert, der zugibt, einiges getrunken und auch noch Fahrerflucht begangen zu haben.

"Ich habe nur einen Rumpler gehört"
Es war einen Tag nach Stefani, als der 44-Jährige auf dem Weg zu einem Termin in Poggersdorf die drei Frauen am Straßenrand übersehen hat. Er streifte sie mit dem Wagen. Die 42-jährige Frau und eine ihrer Töchter wurden ins Bachbett geschleudert. Das andere Mädchen sprang noch weg. "Ich hab nur einen Rumpler gehört und dachte, es ist ein Reh", schildert der Beschuldigte beim Prozess. "Dann hab ich doch bemerkt, dass es Menschen sind." 

"Ich dachte, jetzt ist alles aus"
Wie in Trance habe er zunächst die Rettung gerufen, sei dann aber ins Auto gestiegen und weitergefahren. Die Verletzten - Nachbarinnen, die er kennt - ließ er liegen. "Ich dachte, das Mädchen ist tot. Ich dachte, jetzt ist alles aus." 

Mehrere Getränke intus
Der Mann fuhr heim, nahm erst einmal einen kräftigen Schluck Schnaps, setzte sich dann aber erneut ans Steuer, um in einem Waldstück fast eine Flasche Rum zu leeren. Dass er aber auch vor dem Unfall mehrere große Bier und Schnaps intus hatte, gibt er zu. 

Milde Strafe
Richter Oliver Kriz glaubt ihm trotzdem, dass die hohe Alkoholisierung von mindestens 2,2 Promille erst durch den "Nachtrunk" zustande gekommen sei und dass er zum Unfallszeitpunkt noch relativ nüchtern gewesen sei. Daher gibt es eine überraschend milde Strafe: acht Monate bedingt und 1200 Euro. Die Staatsanwaltschaft kann das Urteil noch bekämpfen.

Im Bild: Die Unfallstelle in Poggersdorf. Hier ließ der Lenker seine Opfer liegen.

von Kerstin Wassermann/Kärntnerkrone

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