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27.02.2017 - 18:25
Foto: Manfred Fesl

"Sanitäter" mischte sich bei Unfall unter Helfer

05.01.2017, 18:46

Mit Blaulicht und in Rotkreuzuniform ist ein Mann am Mittwoch zu einer Unfallstelle im oberösterreichischen St. Lorenz am Mondsee gerast. Vor Ort bot der eifrige Helfer sofort seine Dienste an, die Verletzten waren zu diesem Zeitpunkt jedoch schon längst versorgt. Zum Glück, denn später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Unbekannten, der sogar ein Fernsehinterview gab, um keinen echten Notfallsanitäter gehandelt hatte. Die Ermittlungen laufen.

Der mit 19 Urlaubern aus Asien besetzte Reisebus geriet am Mittwoch von der schneeglatten Fahrbahn ab und stürzte auf eine angrenzende Wiese. Einsatzkräfte der Feuerwehr, Rettung und Polizei waren schnell vor Ort und kümmerten sich um die fünf Leicht- sowie einen Schwerverletzten.

Foto: Manfred Fesl

Plötzlich kam ein rotes Privatauto mit Blaulicht angerast. Ein Mann in Rotkreuzuniform stieg aus und wandte sich an die Einsatzkräfte. Er sei von der Leitstelle in Salzburg alarmiert worden und sofort zum Unfallort gekommen. Da aber bereits alle Verletzten versorgt waren, war seine Hilfe gar nicht mehr nötig. Der Mann hatte also keinerlei Kontakt mit den Patienten.

Falscher Sanitäter "wollte eigentlich mit dem Heli kommen"

Gerald Schuster, Bezirksrettungskommandant von Vöcklabruck, traf beim örtlichen Feuerwehrhaus auf den Mann. "Er erzählte mir, dass er eigentlich für den Hubschrauberdienst zuständig sei. Aufgrund des schlechten Wetters habe er aber nicht fliegen können und sei daher mit dem Auto zum Unfallort gekommen", so Schuster gegenüber krone.at. Er habe den Mann zwar nicht gekannt, zu diesem Zeitpunkt sei ihm aber noch nichts verdächtig vorgekommen. "Er sagte mir dann noch, dass er zu Dokumentationszwecken ins Feuerwehrgebäude wolle. Er würde dort den Papierkram erledigen." Ob der Unbekannte dies dann tatsächlich machte, wisse Schuster nicht.

Interview mit TV- Sender an Unfallstelle

Fakt ist, dass der vermeintliche Notfallsanitäter an der Unfallstelle ein Fernsehinterview gab. Im Gespräch mit dem TV- Sender gab der Unbekannte, der während der Aufnahmen Sonnenbrille und Kappe trug, Auskunft über die aktuelle Lage vor Ort. Dabei teilte er unter anderem mit, dass die Bergungsarbeiten teilweise abgeschlossen und die Verletzten in Krankenhäuser gebracht worden seien.

Danach verschwand der Mann. Nach dem Einsatz hielt Schuster Rücksprache mit seinen Kollegen und stellte fest, dass niemand den ominösen Helfer kannte. Die Polizei nahm daraufhin Ermittlungen auf. Dem falschen Sanitäter droht wegen missbräuchlicher Verwendung des Blaulichts und des Tragens der Uniform ein halbes Jahr Haft.

Redakteurin
Charlotte Sequard-Base
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