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Efgani Dönmez und Sebastian Kurz
Foto: APA/Herbert Pfarrhofer / Video: krone.at

Paukenschlag: Kurz stellt Dönmez als Joker vor

07.07.2017, 13:22

Bis zuletzt war das Thema der Pressekonferenz im Pavillon des Wiener Volksgartens streng geheim, nun ist die Katze aus dem Sack: ÖVP- Chef Sebastian Kurz zückt Efgani Dönmez als Joker für seinen Nationalratswahlkampf. Der einst von den Grünen ausgemusterte Bundesrat wird für die "neue ÖVP" antreten und als Experte für Integration und Asyl fungieren.

Efgani Dönmez und Sebastian Kurz
Foto: APA/Herbert Pfarrhofer

Bei der Präsentation des neuen Kandidaten sagte Kurz, dass man für die Bundesliste insgesamt 100 Personen nominieren werde, die bisher nie für die ÖVP auf Bundesebene angetreten seien, aber Erfahrung und besondere Expertise mitbrächten. Dönmez lobte der ÖVP- Chef etwa dafür, dass dieser als einer der Ersten auf das Problem des politischen Islam aufmerksam gemacht habe.

Dönmez: Österreich soll "wehrhafte Demokratie" bleiben

Der Neo- Schwarze betonte dann auch, sein Ziel sei, dass Österreich eine "wehrhafte Demokratie" bleibe. Dönmez bezeichnete sich selbst als Verfassungspatrioten. Die Demokratie und der Rechtsstaat seien keine Selbstverständlichkeit. Er möchte für diese hart erkämpften Werte eintreten und sie "nicht einer falsch verstandenen Toleranz opfern".

Mehrmals betonte der schwarze Neuling, dass er nicht gegen den Islam sei, aber gegen dessen politische Instrumentalisierung und gegen den Einfluss des Islam aus dem Ausland. Dass ein Muslim für eine christlich- soziale Partei antreten könne, zeuge von der Offenheit und Weitsicht der "neuen Volkspartei", so Dönmez.

Efgani Dönmez und Sebastian Kurz
Foto: APA/Herbert Pfarrhofer

Bruch mit den Grünen im Mai

Dönmez, der als Rechtsausleger der Grünen galt, hatte Ende Mai einen endgültigen Bruch mit seiner früheren politischen Heimat vollzogen . Die Grünen seien "nicht mehr meine Partei", hatte er damals als Beweggrund angegeben. Der 40- Jährige war wegen seiner teils extremen Positionen zu Integrations- und Frauenfragen immer wieder angeeckt.

Foto: APA/Herbert Pfarrhofer

Angebot für "politisches Asyl" bei FPÖ abgelehnt

Für seine Forderung, Anhänger des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in die Türkei abzuschieben, musste sich Dönmez 2013 auf Druck der grünen Parteispitze entschuldigen. Im Herbst 2015 wurde er dann nicht mehr als Bundesrat wiedergewählt. Schon damals hatte ihm die FPÖ Linz "politisches Asyl" angeboten, das der heute 40- Jährige aber ausschlug.

Dönmez ist bereits seit Längerem als Integrationsbotschafter in Österreich aktiv - eine Initiative, die auf Kurz zurückgeht.

Redaktion
krone.at
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