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20.02.2017 - 09:43
Foto: Jürgen Radspieler (Symbolbild)

Gehirnblutung statt Migräne: Ermittlungen laufen

30.11.2016, 14:27

Der Fall jener 36- jährigen Frau, die von einem Linzer Spital mit der Diagnose Migräne nach Hause geschickt wurde und zwölf Stunden später an einer Gehirnblutung starb, wird nun eingehend geprüft. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Sanitäre Aufsicht der Stadt ermitteln in dem Fall. Doch nicht nur das: Nun will man auch erheben, ob es weitere Vorfälle rund um falsche oder fehlerhafte Behandlungen in Linzer Krankenhäusern gegeben hat.

Der tragische Tod der 36- Jährigen hatte für Bestürzung gesorgt. Die Frau kam mit starken Kopfschmerzen und einem tauben Gefühl im Bein ins Krankenhaus und wurde mit der Diagnose "normale Migräne" heimgeschickt. Ein Mediziner soll der Patientin gesagt haben, eine Computertomografie für eine weitere Untersuchung sei nicht nötig, da sie Migräne habe. Ihr Ehemann brachte sie dann nach Hause, wo sie etwas aß und sich hinlegte. Zwei Stunden später brach sie am Rückweg von der Toilette bewusstlos zusammen. Am vergangenen Sonntag mussten dann die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet werden.

Spital: "Kein schuldhaftes Verhalten"

Seitens des Spitals der Barmherzigen hieß es nach Bekanntwerden des Falls, dass "aus Sicht des Krankenhauses kein schuldhaftes Verhalten" vorliege. Dennoch nahm die Staatsanwaltschaft Linz die Ermittlungen in der Causa auf.

Mittlerweile zieht der Fall jedoch weitere Kreise. So meldeten sich etwa Patienten bei der "Krone", die glauben, dass in Linzer Spitälern falsch oder zu spät reagiert wurde. Erhebungen gibt es seit Mittwoch daher auch seitens des städtischen Gesundheitsservices. "Alle Vorwürfe müssen lückenlos geprüft werden", so der zuständige Vizebürgermeister Detlef Wimmer (FPÖ), der aber gleichzeitig vor einer Vorverurteilung des medizinischen Personals warnte.

Nach Schädelbruch nicht mehr erholt

Einer der Patienten, die sich meldeten, ist Klaus Sch., der sich nach einem Schädelbruch vor vier Jahren, der eine Gehirnblutung nach sich zog, nicht wieder erholt hat. Der 46- Jährige war damals nach starkem Schwindel kollabiert und mit dem Kopf auf dem Asphalt aufgeschlagen. Der dabei zugezogene Schädelbruch wurde zwar im Rieder Krankenhaus sofort diagnostiziert, "aber erst am Nachmittag hat man mich dann per Heli nach Linz geflogen, wo ich operiert wurde", versteht Sch. die Verzögerung nicht.

Klaus Sch. erlitt einen Schädelbruch.
Foto: "Krone"

Der 46- Jährige wurde nach dem Vorfall zum Epileptiker, die Diagnose aber erst im April 2014 gestellt. Klaus Sch. verlor daraufhin seinen Job als Logistiker, da "dem Arbeitgeber das Risiko zu hoch war". Eine Entschädigung gab es nicht, da seitens des Patientenanwalts kein fehlerhaftes Verhalten des Spitals festgestellt werden konnte.

30.11.2016, 14:27
krone.at/AG/Kronen Zeitung
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