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02.12.2016 - 21:02
Foto: SEPP PAIL

Häftling betrog Frauen über Internet- Plattform

23.05.2016, 15:28

Ein 60 Jahre alter Insasse der Grazer Justizstrafanstalt Karlau hat über eine Internetplattform Kontakte zu mehreren Frauen geknüpft, sich als Chirurg und Flüchtlingshelfer ausgegeben und so mindestens 30.000 Euro erlangt. Andere Opfer erpresste er mit Nacktfotos, die diese ihm geschickt hatten, wie die Landespolizeidirektion Steiermark mitteilte. Eine Frau wandte sich schließlich an die Polizei.

Der Wiener hatte sich zwischen Oktober 2014 und April 2016 über mehrere Mobiltelefonnummern - die Handys hätte er eigentlich nicht besitzen dürfen - auf einer Kontaktplattform im Internet eingeloggt und so den Kontakt zu seinen späteren Opfern hergestellt. Betroffen seien insgesamt über 20 Frauen in ganz Österreich und auch Deutschland, im Alter zwischen 19 und 50 Jahren, so ein Ermittler.

Häftling gab sich als Chirurg und Flüchtlingshelfer aus

Bei weiteren Kontakten gab sich der Mann - entweder per Nachrichten- App oder telefonisch - als Gefäß- , Neuro- , Kinder- oder Herzchirurg aus. Er gab an, Operationen in Wien, Graz und Salzburg durchzuführen und von einer gut situierten jüdischen Familie abzustammen. Seine Frau sei bei der Geburt seiner Tochter verstorben und er nunmehr alleinerziehender Vater von zwei Kindern, drückte er auf die Tränendüse.

Nahezu allen Opfern unterbreitete er auch, dass er sich mit "Ärzte ohne Grenzen" in das Kriegsgebiet von Syrien und den Irak begeben müsse, um dort medizinische Hilfe zu leisten. Nachdem er das Vertrauen der Frauen erschlichen hatte, brachte er sie soweit, Gelder auf von ihm bekannt gegebene Konten zu überweisen oder gleich bar zu überweisen. Als Verwendungszweck gab er an, damit Schlepper im Kriegsgebiet bezahlen oder medizinisches Material ankaufen zu wollen.

Frauen mit Nacktfotos erpresst

Einige der Opfer ließen sich von dem Verdächtigen sogar dazu verleiten, ihm per App Nacktfotos von sich zu schicken, nachdem auch er ihnen Nacktfotos von sich übermittelt hatte, die aber laut Polizei "mit Sicherheit nicht seinen Körper darstellten". Die Fotos der Frauen verwendete er dann als Druckmittel. Er drohte - sollten die Frauen den Kontakt zu ihm abbrechen oder mit anderen darüber reden - die Bilder samt Handynummer auf "sämtlichen Pornoseiten im Internet" zu veröffentlichen.

Wiener schweigt

Über seine Motive herrscht bislang Unklarheit. Aus dem Wiener war bisher nichts rauszukriegen, sagte ein Kriminalist: "Er verweigert das Gespräch, ich bin ihm zu minderwertig", sei das Argument des Häftlings gewesen. Die Polizei bittet mögliche weitere Betroffene, sich an den Dauerdienst des Landeskriminalamtes unter der Telefonnummer 059133 60 3333 zu wenden.

23.05.2016, 15:28
AG/red
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