Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
11.12.2016 - 05:38
Foto: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images

Kritik an Untersuchung zu Handystrahlung

26.11.2010, 14:42
Im schon seit rund drei Jahren schwelenden Konflikt um zwei Studien über die Schädlichkeit von Handystrahlung an der Medizinischen Universität Wien (MUW) hat nun die Kommission für wissenschaftliche Integrität ihre Stellungnahme abgegeben. Das Gremium kritisiert die Dokumentation der Originaldaten in den umstrittenen Studien sowie deren Darstellung, "die nicht den Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis entsprechen", betont zugleich aber mehrmals, dass "Fälschungsvorwürfe nicht bestätigt" werden konnten.

Im Jahr 2008 hatte MUW- Rektor Wolfgang Schütz von "gravierenden Verdachtsmomenten" gegen zwei Studien des damals bereits emeritierten Leiters der Abteilung für Arbeitsmedizin der MUW, Hugo Rüdiger, gesprochen und auch die Herausgeber der beiden Wissenschaftszeitschriften, in denen die Arbeiten veröffentlicht wurden, über den Fälschungsverdacht informiert. Es handelte sich dabei um Arbeiten, in denen eine Erbgut- schädigende Wirkung von Mobilfunk- Strahlung an bestimmten Zellen beschrieben wird.

Rüdiger zeigte sich damals ob der Fälschungsvorwürfe "fassungslos", räumte aber Probleme bei einer der beiden Studien hinsichtlich der sogenannten "Verblindung" der Daten ein. Diese sollte dafür sorgen, dass die Experimentatoren während eines Versuchs absolut objektiv handeln und das Ergebnis nicht beeinflussen können. Wenig später zog Rüdiger dann diese Studie zurück.

Die aus renommierten Wissenschaftlern aus dem Ausland zusammengesetzte Kommission für wissenschaftliche Integrität, ein Organ der 2008 gegründeten Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (AWI), wurde in dem Fall im Vorjahr durch einen Hinweis des Professors für Biologie von der Universität Bremen, Alexander Lerchl, tätig.

Fälschungsvorwürfe nicht bestätigt

Rüdiger habe zu den Vorwürfen mündlich und schriftlich Stellung genommen und die aufgeworfenen Fragen zum Teil klären können. Es sei allerdings unklar geblieben, wie aus den verfügbaren Originaldaten die publizierten Ergebnisse entstanden seien, heißt es seitens der Kommission, die "auf dieser Grundlage den von Herrn Lerchl erhobenen Fälschungsvorwurf weder bestätigen noch entkräften konnte". Allerdings entspreche bei allen Publikationen "die Dokumentation der Originaldaten und deren Darstellung nicht den Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis und lassen somit die Sorgfalt vermissen, die notwendig ist, um die publizierten Ergebnisse nachvollziehen zu können".

Angesichts der Bedeutung der Ergebnisse für die breite Anwendung der Mobilfunktechnologie wäre es nach Ansicht der Kommission "angebracht gewesen, vor der Publikation die Experimente von einer unabhängigen Arbeitsgruppe bestätigen zu lassen". Bei einer Wiederholung der Experimente aus einer der Studien nach Veröffentlichung der Daten hätten die Ergebnisse der Wiener Arbeitsgruppe nicht reproduziert werden können - was für die Kommission jedoch "nicht bedeutet, dass damit der Fälschungsvorwurf bestätigt wäre".

"Weitere Untersuchungen notwendig"

Die Kommission kommt zu dem Schluss, "dass die wissenschaftliche Gemeinschaft in diesem Feld noch zu keinem abschließenden Erkenntnisstand gelangt ist und insofern weitere sorgfältig geplante und durchgeführte wissenschaftliche Untersuchungen notwendig sind, um die eventuell bestehenden Zusammenhänge zwischen elektromagnetischer Strahlung und Zellschädigungen sowie deren Ursachen aufzuklären". Die Stellungnahme der Kommission im Internet.

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Jetzt online spielen!
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum