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07.12.2016 - 17:55
Foto: EPA

Innovations- Druck vor Apples großer iPhone- Show

09.09.2014, 08:38
Neue, größere iPhones, ein Handy-Bezahlsystem, die seit Langem erwartete Computeruhr - wenn die Gerüchte stimmen, steht Apple vor einem großen Sprung. Für Konzernchef Tim Cook schlägt mit der Präsentation am Dienstagabend die Stunde der Wahrheit: Es werden die ersten Geräte gezeigt, die komplett in seiner Zeit an der Apple-Spitze entwickelt wurden.

Vor allem an der Computeruhr würde gemessen, ob Cook die Fußstapfen seines legendären Vorgängers Steve Jobs ausfüllen konnte. Es wäre der erste Vorstoß von Apple in eine neue Produktkategorie seit dem iPad- Tablet vor über vier Jahren.

Die Gerüchteküche brodelt schon

Wie vor jedem Apple- Event überschlagen sich die Gerüchte. Die beiden iPhones sollen mit Display- Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll erstmals so groß wie die meisten Smartphones mit dem Google- System Android werden. Mit dem Bezahldienst solle man in Läden einfach sein iPhone an das Kassengerät halten können und den Betrag über dessen Fingerabdruck- Sensor statt per PIN oder Unterschrift bestätigen.

Die Uhr kommt wohl in zwei Größen und soll neben Gesundheits- Sensoren ebenfalls den NFC- Funk unterstützen, auf dem der iPhone- Bezahldienst aufbaut. Nach Informationen des gut verdrahteten Blogs "9to5Mac" lässt Apple andere Online- Dienste bereits Apps für die Uhr entwickeln, darunter sei Facebook.

Apple wählt symbolträchtigen Präsentationsort

Apple betreibt für das Event noch mehr Aufwand als bei den bisherigen Produktvorstellungen und setzt dabei auch auf Symbole. Tim Cook und sein Team werden nämlich im Flint Theater in Cupertino auftreten, in dem Firmengründer Jobs vor 30 Jahren den ersten Mac- Computer vorstellte. Damals wurde erstmals ein modernes Benutzungskonzept für PCs mit Maus und grafischer Oberfläche für den Massenmarkt eingeführt, das heute noch Gültigkeit hat.

Die Messlatte für das kommende Event liegt also hoch. Neben dem Flint Theater wurde ein riesiges weißes Gebäude ohne Fenster aufgebaut. Was drin ist, weiß man nicht. Auf der Website läuft ein Countdown zur Live- Übertragung.

Apple will sich in der öffentlichen Meinung die Rolle des Innovators zurückholen. Über Geld muss sich der Konzern angesichts der steten Flut von Milliardengewinnen und über 160 Milliarden Dollar (123,6 Milliarden Euro) auf der hohen Kante zwar keine Gedanken machen. Aber seine Rivalen Google und Samsung werden von manchen Beobachtern und vielen Kunden mittlerweile als die innovativeren Unternehmen wahrgenommen.

Mächtige Gegner: Samsung und Google

Google experimentiert mit Datenbrillen, selbstfahrenden Autos, Kurier- Drohnen. Und sein Android dominierte den Smartphone- Markt zuletzt mit einem Rekordanteil von fast 85 Prozent. Samsung ist zum größten Smartphone- Hersteller der Welt zwar vor allem mit seinen günstigen Modellen geworden, aber seine Spitzenmodelle wie das Galaxy S5 spielen in der iPhone- Klasse.

Zudem beeilte sich Samsung, schon ein Jahr vor Apple mit seiner ersten Computeruhr vorzupreschen. Die ersten Geräte hatten noch Macken und wurden am Markt recht kühl aufgenommen. Bei den neuen Modellen wurden die Rezensionen besser, wie bei der auf der IFA gezeigten Gear S mit Mobilfunk- Anbindung.

Smartwatch ist für Apple enorm wichtig

Auch deshalb sind die Erwartungen in eine Apple- Uhr so hoch. In den vergangenen Wochen und Monaten kam zwar eine Flut von Modellen diverser Hersteller auf den Markt. Aber die weitaus meisten hinterlassen das Gefühl, das Konzept sei noch deutlich verbesserungsfähig bei Laufzeit, Bedienung und Design. Kann Apple nach iPhone und iPad- Tablet auch in dieser Kategorie einen Maßstab setzen?

Die Uhr gehört zu Apples bisher ambitioniertesten Projekten. "Die Schweiz hat ein Problem", zitiert die "New York Times" Apples Designchef Jony Ive unter Berufung auf Insider. Allerdings wird auch erwartet, dass eine eventuelle "iWatch" voraussichtlich erst im nächsten Jahr auf den Markt kommt, auch wenn sie schon jetzt vorgestellt werden sollte.

Dafür spricht auch, dass auf keiner Gerüchte- Website bisher ein glaubwürdig aussehendes Foto der Apple- Uhr erschienen ist - während längst Bilder aus den Fabriken in Asien ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die neue iPhone- Generation zeigen.

Cook führt Apple anders als Jobs

Tim Cook führt Apple anders als Jobs. Er überlässt seinen Managern mehr Verantwortung und geht schwierige Themen wie den Umweltschutz oder die Arbeitsbedingungen in China an. Als zuletzt aus Apple- Profilen gestohlene Nacktfotos von Prominenten im Internet auftauchten, versprach Cook in einem Interview bessere Sicherheitsvorkehrungen. Zugleich betonte er aber auch, dass Apples Systeme technisch gesehen nicht aufgeknackt worden seien. Vor dem Start eines Bezahldienstes kann sich Apple keine Zweifel der Verbraucher leisten.

Die Börse bedachte Apple diesmal mit Vorschuss- Lorbeeren. Die Aktie markierte ein Rekordhoch mit 103,74 Dollar, auch wenn der Kurs danach etwas nachgab. Apple bestellte laut Medienberichten als Startauflage 80 Millionen iPhones - mehr als bei jeder Generation zuvor.

09.09.2014, 08:38
AG/red
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