„Juden verängstigt“

IKG-Präsident fordert Ende von Palästina-Camp

Österreich
08.05.2024 18:29

Der Präsident der Israelischen Kultusgemeinde (IKG) fordert die Auflösung des Wiener Palästina-Protestcamps. „Wo leben wir? Da wird am Intifada-Camp zu Terror gegen Juden und Jüdinnen aufgerufen, und die Polizei schreitet nicht ein“, sagte Oskar Deutsch in einer Aussendung.

„Am nächsten Tag protestieren Studierende gegen die Gewaltaufrufe, und die Polizei schützt die Terror-Freunde, kesselt die friedlichen Personen, die Schilder mit Aufschriften wie „Free Gaza From Hamas“ hochhalten, ein und zeigt diese an“, heißt es darin weiter. Dieses Vorgehen hätte zu mehr Unsicherheit für alle Studierenden und zu einer größeren Verängstigung von Jüdinnen und Juden in Österreich beigetragen.

Was war geschehen? Wie berichtet, ist das Alte Allgemeine Krankenhaus (AKH) der Universität Wien seit Montagabend Schauplatz eines Protestcamps, bei dem unter anderem Aufrufe für eine globale Intifada laut wurden. Damit ist eine gewaltsame Terrorkampagne mit Mordanschlägen auf Zivilpersonen gemeint.

Das Palästina-Protestcamp in Wien (Bild: Groh Klemens)
Das Palästina-Protestcamp in Wien
Viele Teilnehmende tragen Palästina-Schals und Masken. (Bild: Groh Klemens)
Viele Teilnehmende tragen Palästina-Schals und Masken.
Die IKG fordert die Polizei auf, das Camp aufzulösen. Diese sieht allerdings keinen Grund dafür. (Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER)
Die IKG fordert die Polizei auf, das Camp aufzulösen. Diese sieht allerdings keinen Grund dafür.

Gegendemo aufgelöst
Am Mittwoch stießen Gegendemonstrantinnen und Gegendemonstranten im Camp hinzu. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und sorgte dafür, dass sich die beiden Gruppen nicht zu nahe kamen. Zwischenfälle soll es nicht gegeben haben. Das Protestcamp löst die Polizei laut eigener Aussage nicht auf, weil sie keinen Grund wie eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Sachbeschädigungen sieht.

In anderen Städten, etwa in Deutschland und den USA, wurden Palästina-Camps und Proteste hingegen aufgelöst. Daher müsse die Einsatzleitung am Campus der Universität Wien hinterfragt werden, sagte Oskar Deutsch von der Israelischen Kultusgemeinde.

Weiterer Vorfall bei Befreiungsfeier
Ein weiterer Vorfall ereignete sich bei der internationalen Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am Sonntag. Ein Aktivist war mit einer Palästina-Flagge gekommen. Dies sei ein „Affront gegen alle während der Shoah Ermordeten“, teilte die IKG mit. Daher werde beim „Fest der Freude“ am heutigen Mittwochabend auch keine offizielle Vertretung dabei sein.

Die Veranstaltung wird vom Mauthausen Komitee organisiert und feiert das Kriegsende am 8. Mai. Seit 2013 ist sie jährlich am Heldenplatz in Wien. Diesmal wird unter anderem eine Rede der Zeitzeugin Rosa Schneeberger erwartet, die als Fünfjährige mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern in ein Lager deportiert wurde.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.



Kostenlose Spiele