Mit knapper Mehrheit hat der alte Zirler Gemeinderat im Herbst des Vorjahres die Umwidmung des Gasthauses in der Linserkurve in Sonderfläche Bordell beschlossen – gegen die Stimmen der Bürgerlichen. Seit der Wahl sitzen aber genau diese im Chefsessel. Bürgermeister Josef Kreiser: "Wenn ein Antrag kommt, behandeln wir ihn wie jeden anderen", sagt er. "Wenn keiner kommt, ist es auch nicht tragisch."
Seit Oktober des Vorjahres ist das Gasthaus zu. Es ist im Besitz einer Oberländer Hoteliersfamilie, die vor rund zehn Jahren Hunderttausende Euro investierte und das Gebäude ans Wasser- und Kanalnetz anschloss. "Für die Gemeinde wär’s sicher besser, wenn Betrieb wäre, vorzugsweise ein Gastronomiebetrieb", erklärt Kreiser. Die Frage einer Bedarfsprüfung stelle sich derzeit nicht. "Bedarf wird’s wohl immer geben."
In Nassereith wird am Dienstag der Gemeinderat über die Bordellpläne am Fernpass informiert: "Der Betreiber, den ich nicht kenne, hat sich angesagt und will das Vorhaben erläutern", berichtet Bürgermeister Reinhold Falbesoner. Bis jetzt gebe es ja nur einen Anwaltsbrief mit einer entsprechenden Absichtserklärung.
Falbesoner steht dem Projekt eher skeptisch gegenüber: "Es gibt in Telfs ein Etablissement und auch in Imst liegt eine Genehmigung vor. Ich weiß nicht, ob es innerhalb von ein paar Kilometern drei Bordelle braucht." Er werde, falls es zu einem Verfahren kommt, eine Bedarfsprüfung durchführen, auch wenn derzeit unklar sei, wie so ein Feststellungsverfahren überhaupt ausschauen soll. "Ich werde aber nicht von Haus zu Haus gehen", scherzt Bürgermeister Falbesoner.
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