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Weltweites Echo auf Versuche im Ötztal

16.01.2010, 16:22
Weltweites Echo auf Versuche im Ötztal (Bild: Grafik Krone)
Foto: Grafik Krone
Von der "Washington Post" über die "New York Times" bis "USA Today": Weltweit berichteten Medien über das Schweine- Experiment im Ötztal. In den Internet- Foren entlud sich der Zorn vieler Leser: "Unfassbar", "widerwärtig", "moralisch äußerst bedenklich". 310.000 Sucheinträge finden sich zu diesem Thema!

Hunderte Zeitungen, Zeitschriften und Internet- Portale berichteten über das Schweine- Experiment in Vent, bei dem Wissenschaftler der Medizin- Uni Innsbruck und der "Alpinen Notfallmedizin Bozen" Tiere lebend im Schnee begruben und ihr Sterben dokumentierten.

Damit wurde eine ungeheure Medien- Lawine losgetreten: Die Internet- Suchmaschine Google listet 310.000 Einträge zum Suchbegriff "Schweine- Experiment" auf, und das binnen Tagen! Der Grundtenor der überwiegenden Anzahl der Kommentare ist entsetzt: "Unfassbare Barbarei", "widerwärtig", "ungeheuerlich", "moralisch äußerst bedenklich" sei es, Tiere im Schnee zu vergraben und zu warten, bis sie umkommen.

Ministerium ordnete genaue Prüfung an

In Österreich sind Tierversuche nur unter sehr eingeschränkten Voraussetzungen und unter strengen Auflagen zulässig. Sie werden ausdrücklich nur dann genehmigt, wenn die angestrebten Versuchsziele nicht durch Ersatzmethoden erreicht werden können, heißt es aus dem Wissenschaftsministerium. Dieses Projekt sei von mehreren Stellen geprüft worden. Dennoch wird nun eine neue, interne Untersuchung eingeleitet!

"So einen Zirkus muss man nicht jeden Tag haben"

Krone: Herr Bürgermeister Ernst Schöpf, sind sie froh dass der Spuk beendet ist?
Ernst Schöpf: "Ja natürlich, so einen Zirkus muss man nicht unbedingt jeden Tag haben."

Krone: Wie viele empörte Anrufe wegen der Schweine- Versuche haben sie in den letztenTagen erhalten?
Schöpf: "Sehr viele. Dazu eine Unmenge an E- Mails. Vom Inhalt her waren alle sehr ähnlich. Sie dürften aus dem Netzwerk der Tierschutzaktivisten stammen, die sehr gut organisiert scheinen. Einheimische meldeten sich nicht zu Wort."

Krone: Wie viele Journalistenanfragen gab es?
Schöpf: "Auch sehr viele. Allerdings nur von österreichischen Medien."

Krone: Wie hoch beziffern sie den Imageschaden für Sölden?
Schöpf: "Ich glaube nicht, dass da einer gegeben ist. Sölden hat schon weit schlimmere Sachen überstanden."

Krone: Was würden Sie tun, würden die Wissenschaftler wieder an sie herantreten mit der Bewilligung für neue Tierversuche?
Schöpf: "Ich würde nicht von vornherein dagegen ankämpfen. Das Anliegen der Wissenschaftler, nämlich Menschenleben zu retten, scheint mir berechtigt. Ich bin nicht imstande, den Frevel zu erkennen."

von Philipp Neuner, Tiroler Krone

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