"Leider ist noch immer keine baldige Lösung für den Turm in Sicht", bedauert Hannes Kronthaler, Chef der Firma Lang. Die Trockenmörtelanlage wurde von einem seiner Tochterunternehmen errichtet und sollte bereits ab 2008 Kies und Zement vermischen. Doch der 30-Meter-Turm auf dem Tonwerk-Gelände in Fritzens teilt das Schicksal des Kernkraftwerks Zwentendorf - kein Betrieb trotz Fertigstellung.
Schuld waren rechtliche Auseinandersetzungen - unter anderem um die Frage, ob zur Inbetriebnahme nur eine Betriebsgenehmigung (weil es eine große "Maschine" ist) oder doch eine Baugenehmigung nötig sei. Da letztlich eine Baugenehmigung erforderlich war, hatte die Gemeinde quasi ein Vetorecht und nützte dies auch: "Die Dimension des Turms ist einfach zu groß", so Bürgermeister Josef Gahr.
Welche Szenarien sind nun denkbar?
1. Abriss: Die Behörde wird dies nicht anordnen, "weil der Turm nicht gesundheitsgefährdend ist und keine Emissionen verursacht", begründet Gottfried Kühnelt Leddihn von der Gewerbebehörde der BH Innsbruck-Land. Auch die Firma Lang will abwarten.
2. Verkauf ins Ausland: Kronthaler liebäugelte mit dem Verscherbeln der Anlage nach Dubai. Doch nicht zuletzt die dortige Krise macht dies unrealistisch.
3. Doch noch die Inbetriebnahme: Am Montag findet eine weitere Gewerbeverhandlung statt, bei der die Firma Lang zusätzliche Unterlagen nachliefern muss. Doch der Haken - die fehlende Zustimmung der Gemeinde - bleibt.
Ob der neu gewählte Fritzener Gemeinderat daran etwas ändern wird, ist sehr fraglich.
von Andreas Moser, Tiroler Krone
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