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"Missgeburt Euro wird sich selbst eliminieren"

17.11.2011, 17:33
"Missgeburt Euro wird sich selbst eliminieren" (Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER)
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER
Der Gründer des Magna- Konzerns, Frank Stronach, hat bei einem Vortrag für die Grazer Uni mit seinen Äußerungen zur europäischen Gemeinschaftswährung für Aufregung gesorgt. "Der Euro ist eine Missgeburt", die sich schon bald selbst eliminieren würde, meinte der Austro- Kanadier vor den Studenten. Aber auch die österreichischen Politiker bekamen vom 79- Jährigen ihr Fett ab.

"Die Währungsunion ist ein großer Fehler. Der Euro ist eine Missgeburt. Er wird sich in ein bis zwei Jahren von selbst eliminieren", erklärte Stronach bei der Diskussionsveranstaltung "Wohlstand schaffen und gerecht verteilen: Reformvorschläge für Österreich" am Mittwochabend. Auf die Frage, ob Österreich denn aus der EU austreten solle, sagte Stronach aber dezidiert: "Nein."

Vier Punkte für Staatsreform

Auf Österreich bezogen plädierte Stronach für vier Punkte im Rahmen einer Staatsreform: balanciertes Budget und Schulden zurückzahlen, ein klares Steuersystem, "kultiviert" die Verwaltung abbauen sowie das Recht des Arbeiters auf einen Teil des Profits. Eine Firma, die keinen Profit mache, sei eine Last für die Gesellschaft, so der Austro- Kanadier.

Eine Verteilung von Wohlstand könne nur in Harmonie von klugen Managern, Kapital und fleißigen Arbeitern funktionieren: "Das ist ein Naturprinzip." Stronach ortete eine "gewaltige Kluft" zwischen denen, die die Wirtschaft besitzen und den Arbeitern: "Diese Kluft müssen wir eliminieren." Das moralische Recht auf einen Teil des Profits gehöre in der Verfassung verankert.

Politiker als "nette Burschen"

Das Land werde derzeit durch politische Überlegungen gelenkt, "es muss aber durch sozialökonomisches Denken gemanagt werden". Politiker seien "nette Burschen, es ist schön, mit ihnen ein Glas Wein zu haben, aber ich weiß nicht, ob sie einen Greißler- Laden führen können", meinte Stronach.

Neue Wege könne man von den jetzigen Parteien und Regierungen nicht erhoffen. Führer einer Partei wolle er selbst aber nicht sein: "Das ist eine Vollbeschäftigung, ich habe genug gearbeitet", so der 79- Jährige. "Aber wenn ihr eine Idee habt für eine Partei, wenn das zivilisiert ist, würde ich da sehr viel Geld reingeben."

AG/red
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