Do, 19. April 2018

Ultimatum abgelaufen

03.01.2018 17:55

Drei Randalierer wüteten auf Linzer Donauschiff

Solche Spinner! In der Nacht auf den Heiligen Abend kletterten unbekannte Täter auf das neben der Nibelungenbrücke ankernde Ausflugsschiff "MS Sissi", um dort die Überwachungskameras aus der Verankerung zu reißen. Kapitän Thomas Freudenthaler hatte Mitleid und gab den Tätern bis gestern Zeit, sich zu melden.

"Das Boot" - die Melodie des weltbekannten Filmklassikers erklingt. Sein Rufton lässt Thomas Freudenthaler während des "Krone"-Lokalaugenscheins auf der "MS Sissi" zweimal auf sein Handy blicken. Doch beide Male ist es nicht der erhoffte Anruf. Kein Täter oder Zeuge, der sich bei ihm meldet.

Überwachungskameras heruntergerissen
Der 52-jährige Kapitän ist stinksauer. In der Nacht auf den Heiligen Abend kletterten drei Unbekannte auf das Ausflugsschiff. Und als sie wenig später die Überwachungskameras entdeckten, riss einer der drei diese aus der Verankerung. Nach den Feiertagen kam Freudenthaler am 28. Dezember zum Schiff und sah das Malheur. Entstandener Schaden: 1500 Euro. Der Vorfall ist nicht der erste dieser Art. Die "MS Sissi", die erst seit Juli 2017 für Events, Betriebsausflüge oder Firmenfeiern in Linz über die Donau schippert, scheint zum Leidwesen des Kapitäns bei Vandalen beliebt zu sein. Bereits viermal brachte er Vorfälle zur Anzeige.

Kapitän wollte Gnade walten lassen
Weil die Überwachungskamera diesmal einigermaßen gute Bilder lieferte, wollte der 52-Jährige den Tätern eine Chance geben. Er postete das Material auf Facebook - mit der Nachricht, dass sich die Männer bis Mittwoch abend melden könnten und der Kapitän nach  Schadenswiedergutmachung ihm den Gang vor Gericht ersparen würde.

"Das Boot" erklang gestern noch öfter. Doch leider nicht wegen der Täter...


"Die verbauen sich so ihre Zukunft!"
Kapitän Thomas Freudenthaler ist ein gebranntes Kind. Schon mehrmals beschädigten Täter sein Schiff, das in Linz vor Anker liegt.

"Krone": Ihre "Sissi" scheint bei Vandalen bliebt zu sein.
Thomas Freudenthaler: Langsam glaube ich das auch. Und es nervt. Aber man kommt relativ leicht auf das Schiff. Das "Betreten verboten"-Schild wird ignoriert und der Haken beim Eingang zum Steg ist schnell ausgehängt.

"Krone": Warum wollten Sie die Täter über die sozialen Medien ausfindig machen?
Thomas Freudenthaler: Die Jugendlichen verbauen sich doch durch so eine  sinnlose Aktion ihre Zukunft. Ich wollte Ihnen die Möglichkeit geben, dass sie einer drohenden Vorstrafe entgehen.

"Krone": Gemeldet hat sich bei Ihnen jedoch seit dem Facebook-Aufruf niemand.
Thomas Freudenthaler: Nein, leider nicht. Aber es haben sich  Hinweise aufgetan, die ich an die zuständige Polizeibeamtin weitergeleitet habe.

"Krone": Was gedenken Sie zu tun, damit so etwas künftig nicht mehr vorkommt?
Thomas Freudenthaler: Ganz ausschließen kann man sowas nie. Aber wir installieren ein neues Hightech-Überwachungssystem, dass sofort Livebilder auf mein Handy sendet, wenn Unbefugte die "Sissi" betreten. Zudem werden wir einen Lichtstrahler aufstellen, der die Szenerie beleuchtet.

Mario Ruhmanseder, Kronen Zeitung


 

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