Di, 12. Dezember 2017

Flughafen-System

03.12.2017 18:55

Per Gesichtsscanner die Grenze passieren

"Bitte lächeln", fordern mich die Flughafen-Vorständen Günther Ofner und Julian Jäger beim Testlauf freundlich auf. "Nur ja nicht, sonst funktioniert das möglicherweise nicht", wirft Airport-Sicherheitschef Manfred Wimmer ebenso höflich, aber doch eine Spur strenger ein.

Am Montag ist also Tag eins der schönen neuen Computerwelt an der Grenze. Testlauf auch für den bebrillten "Krone"-Redakteur, dessen (britisches) Passbild noch ohne die Sehhilfe "Made in England" ist. Zumindest beim Einscannen des Passes am Terminal 3 deutet nichts darauf hin, dass die Schleuse geschlossen bleibt. Noch herrscht aber banges Warten.

Binnen Sekunden ist das Gesicht biometrisch eingescannt. Es erscheint am Schirm. Gleich darauf öffnen sich lautlos die Türen nach Österreich. Auch die Probe aufs Exempel bei der anschließenden Einreise funktioniert tadellos. Und wenn einmal nicht? Dann wird Alarm ausgelöst. Der ist auch möglich, wenn das Gerät den Reisenden nicht sofort erkennt. Eine zwingende Nachkontrolle durch den parallel dazu weiter eingesetzten Grenzbeamten erfolgt.

"Fehlalarme sind trotz modernster Technik nicht auszuschließen", bestätigen Ofner und Jäger. "Aber auch Passfälschungen nicht", wirft Security-Chef Wimmer ein. Laut Innenministerium werden die e-gate-Kontrollen das strenge, aber herzliche Sicherheitsnetz noch dichter knüpfen.
Am Montag wird - wie berichtet - ein Test mit ausgewählten Passagieren durchgeführt. Läuft alles so gut wie beim Lokalaugenschein der "Krone", dann soll Mitte Dezember der später noch weiter ausbaufähige Vollbetrieb beginnen.

Sobotka betont Wahlfreiheit: "Service für Passagiere"

"Krone": Herr Innenminister, wie funktioniert dieses neue System?
Wolfgang Sobotka: Biometrische Daten im Gesichtsfeld werden mit dem Bild im Reisepass verglichen. Parallel dazu werden gleich auch Fahndungsabfragen durchgeführt.

Werden damit auch die Grenzpolizisten überflüssig?
Auf keinen Fall, aber es erfolgt eine wichtige Ergänzung zu den bisherigen Kontrollen. Dem globalen Trend der Digitalisierung folgend wollen wir Aufgaben, die unzweifelhaft von Grenzpolizisten vorgenommen werden müssen, sinnvoll ergänzen und noch effizienter machen.

Wie sieht die Zukunft aus?
Wir starten am Flughafen Wien jetzt erst einmal mit einem Probebetrieb und werden diesen entsprechend begleiten. Die Erkenntnisse daraus fließen in die weitere Umsetzungsphase ein.

Was hat der einzelne Passagier von dem neuen System?
Mit diesem zusätzlichen, modernen Angebot wird die Servicequalität erweitert und die Einreise auf sechs Spuren beschleunigt. Es bleibt aber jedem einzelnen Reisenden überlassen, ob er diese neue Form der Grenzüberwachung in Anspruch nimmt oder sich wie bisher der herkömmlichen Kontrolle stellt.

Mark Perry, Kronen Zeitung

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