Mi, 13. Dezember 2017

Weihnachtserlebnis

02.12.2017 09:00

London: Staunen im Lichtermeer

London ist immer eine Reise wert, aber gerade in der Vorweihnachtszeit entwickelt die Metropole einen ganz besonderen Zauber.

Wenn jemand das Weihnachtsfest so gar nicht erwarten kann, dann sind es wohl die Briten. Bereits Anfang November geht es los, da richtet man den Blick in den Straßen des Londoner Zentrums weniger auf den Verkehr als vielmehr nach oben. Es gibt wohl keine andere Stadt, die mit so prachtvoller Weihnachtsbeleuchtung aufwartet wie die britische Metropole. Allein die prächtigen Engel, die durch die Regent Street leiten, die vielen Gold- und Silberkugeln in der Oxford Street, die exotischen Lampen in der Carnaby Street, die überdimensionalen Pfauenfedern in der noblen Bond Street, der hell strahlende Leicester Square oder der mit leuchtenden Äpfeln und Mistelzweigen geschmückte Covent Garden zeigen deutlich, dass hier in einer ganz eigenen Liga gespielt wird.

Auch die vielen großen Kaufhäuser treten alljährlich in einen Wettbewerb um die aufregenderen Auslagen. Meist hat Selfridges mit beeindruckenden Themenwelten die Nase vorne (heuer geht es um Glitzer und Üppigkeit), dicht gefolgt von den Märchenwelten im Delikatessen-Dorado Fortnum & Mason und den noblen Auslagen bei Harrods, dessen gesamtes Gebäude einem einzigen Weihnachtsschmuck gleicht.

Dass es oft schon ab dem Spätsommer eigene Weihnachtsabteilungen in den großen Geschäften gibt, wundert da gar nicht mehr. Faszinierend ist übrigens das überreiche Angebot an Christmas-Crackern, bei uns eher unüblichen überdimensionalen Knallbonbons, die mit kleinen Geschenken gefüllt sind. Zwei Leute müssen an je einem Ende ziehen, dann zerreißt der Zylinder mit einem Knall, und wer das größere Stück ergattert hat, dem gehört der Inhalt. Die Cracker eröffnen in Großbritannien traditionell das üppige Weihnachtsessen, sind aber auch beliebte Party-Mitbringsel zu diversen Weihnachtsfeiern. Für die wirft man sich übrigens richtig in Schale, nur falls sich wer über das reiche aktuelle Angebot an Abendkleidern in den Läden wundert.

Ansonsten ist Shoppen angesagt, es gibt kaum einen Laden, der keine Weihnachtsangebote hat, meist schon hübsch verpackte Kleinigkeiten, Unmengen an Schals, Handschuhen, Hauben, Kosmetika und Schmuckstücken. Also Platz im Koffer lassen. Auch für den einen oder anderen Christmas Pudding oder Mince Pie. Die gibt es auch in den Supermärkten und Fast-Food-Ketten, nicht wenige haben zudem Christmas Sandwiches im Programm - mit Truthahn-Füllung und Cranberry-Sauce.

Überaus hoch ist die Dichte an Weihnachtsmärkten, wo man schon auch einmal Bratwurst und Käsekrainer bekommt - allerdings um einiges teurer als hierzulande. Glühwein (Mulled Wine) und Glühmost (Mulled Cider) gibt es ebenfalls, genauso süß, wie man es gewohnt ist. Bei den meisten Weihnachtsmärkten findet man eines der schönen alten Karussells, die auch Erwachsene zu einer Rundfahrt einladen.

Eine spezielle Variante ist das Winter Wonderland im Hyde Park, ein riesiger weihnachtlicher Jahrmarkt, der als Christmas Extravaganza angekündigt ist. Hier gibt es Fahrgeschäfte, Eislaufplatz, Standeln aller Art, nur größer, glitzernder und lauter als überall sonst.

Eislaufen gehört überhaupt zu den vorweihnachtlichen Vergnügungen der Londoner. Plätze, die man auch als Besucher immer nutzen kann, gibt es im Innenhof des prachtvollen Somerset House, vor dem Naturhistorischen Museum und sogar auf einem Hausdach im Tobacco Dock.

Zum Schluss noch ein ganz besonderer Tipp für jene, die es nicht so laut, glitzernd und stressig mögen. Der Botanische Garten in Kew lädt alljährlichzu einem besonderen Weihnachtserlebnis: Man kann (nach Voranmeldung) gemeinsam mit vielen anderen nach Sonnenuntergang durch den finsteren, ganz stillen Park spazieren und die bunt und stimmungsvoll beleuchteten Bäume und Gebäude bestaunen. Bei diesem Natur- und Farbenspiel bleibt einem garantiert der Mund offen, und man kommt in Weihnachtsstimmung - ob man nun will oder nicht.

Michaela Reichart, Kronen Zeitung

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