Mo, 11. Dezember 2017

Unterhaltszahlungen

06.10.2017 15:44

Faire Lösungen für Kinder gesucht

Die ÖVP hat den Vorschlag der SPÖ für eine Unterhaltsgarantie abgelehnt. Dem Noch-Koalitionspartner wurde ein Vorschlag zu einem Unterhaltszuschuss-Gesetz übermittelt. Noch vor der Wahl soll über Anträge zu einer Unterhaltssicherung für Kinder von Alleinerziehenden entschieden werden. Jana Zuckerhut, Sprecherin der Österreichischen Plattform für Alleinerziehende fordert: "Es ist jetzt der Zeitpunkt, parteipolitische Taktiererei beiseite zu schieben und echte Lösungen umzusetzen".

"Wir fordern die Parteien auf jenen Antrag zu unterstützen, der unseren Forderungen am nächsten kommt", so Zuckerhut. Bereits 2016 forderte der Zusammenschluss einen Mindestunterhalt in Höhe der Regelbedarfssätze für Kinder von Alleinerziehenden.

Regelbedarfssätze als Basis für Unterhalt
Regelbedarfssätze sind staatlich festgelegte Beträge, die den tatsächlichen Bedarf eines Kindes altersgestaffelt definieren. "Kinder von Alleinerziehenden sollten bekommen, was sie wirklich benötigen, daher muss eine echte Unterhaltssicherung mindestens in Höhe der Regelbedarfssätze ausbezahlt werden", stellt die Obfrau des Forum Kindesunterhalt, Maria Stern, klar.

"Es braucht ehrliche Lösungen"
Katharina Kucharowits, Jugendsprecherin der SPÖ: "40 Prozent der Ein-Eltern-Haushalte leben an der Armutsgrenze. Da braucht es ehrliche Lösungen für Kinder, die ihnen eine faire Chance für die Zukunft bieten." Da Kinder bis zum Abschluss einer Berufsausbildung, aber längstens bis 24 Jahre Anspruch auf Unterhalt durch die Eltern haben, muss sich auch eine Unterhaltssicherung daran orientieren. "Eine Auszahlungsdauer, die sich an der Familienbeihilfe orientiert, ist daher zu befürworten", sagt dazu Judith Schwentner, Familiensprecherin der Grünen. 

Leistung von Alleinerziehenden anerkennen
Neben der alltäglichen Fürsorge und Erziehung, schulischen und persönlichen Förderung und den Anforderungen im Haushalt muss die existenzielle Absicherung gewährleistet werden. Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, meint dazu: "Alleinerziehende sind vielfach belastet. Durch die Tatsache, dass im Schnitt 90 Prozent der Alleinerziehenden Frauen sind, wird die finanzielle Situation verschärft." Und weiter: "Die Leistung von Alleinerziehenden für die Gesellschaft muss anerkannt werden. Mit einer fairen Unterhaltsgarantie, welche den tatsächlichen Bedarf der Kinder abdeckt, können sie wenigstens finanziell entlastet werden."

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Redaktion
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