Mi, 22. November 2017

Thema Erziehung

28.10.2017 08:30

Generation Supercool

Die heutige Jugend besticht durch ihre Coolness. In Bezug auf Gefühle lässt sie sich ganz und gar nicht gern in die Karten schauen.

Nur Schwarzmalerei, oder steckt doch etwas Wahres dahinter? Das Institut für Jugendkultur stellt jungen Menschen in Herzensbildung kein gutes Zeugnis aus. Sie würden ihre Ängste und Unsicherheiten hinter einer Fassade der Gelassenheit verstecken und gerne ein Pokerface zeigen, wenn sie sich für den Wettbewerb um gute Lebenschancen rüsten. Zuflucht würden sie in der Ironie suchen. "Sie sind coole Performer ohne Ziel und Sendung. Sie wollen glänzen, aber wofür, das ist ihnen egal", analysiert Bernhard Heinzlmaier, der in der Jugendforschung tätig ist. Er ortet eine wachsende Empathielosigkeit und soziale Kälte als Resultat der Konkurrenzgesellschaft, in der Erwachsene sehr oft falsche Vorbilder sind.

Ein Resultat der Konkurrenzgesellschaft?
Die Jugend der Gegenwart lebe in Cliquen mit schwachen Bindungen, sei clever, wenn es um den eigenen Vorteil geht, naiv, weil sie glaubt, schon irgendwie durchzukommen und verliebt in ihre kunstvoll gestaltete kühle Oberfläche. Die Coolness der Jungen kreise primär um das eigene Selbst. Das WIE ihres Lebens ist ihnen laut Heinzlmaier wichtiger als das WAS. Bei der Berufswahl sei ihnen der sachliche Inhalt der Arbeit relativ egal, viel wichtiger ist, ob sich mit ihr glänzender Erfolg inszenieren lässt.

Kommentar von Eltern-Kids-Coach Nina Petz
Meine drei Söhne (3, 5 und 7) treiben mich in den Wahnsinn. Einer trödelt mehr als der andere. Was kann ich tun? Der Siebenjährige kommt deshalb sogar hie und da zu spät in die Schule!

Bis zum Volksschulalter ist Trödeln absolut normal. Je jünger Kinder sind, desto schwieriger fallen ihnen sogenannte "Situationswechsel". Der Grund dafür ist, dass das junge Gehirn einfach noch nicht so flexibel darauf reagieren kann. Dies ist eine kognitive Leistung, die Kinder erst nach und nach lernen. Trödeln ist hier also für den Nachwuchs eine Möglichkeit, länger in einer Situation zu verweilen, ohne in die Verlegenheit zu kommen, in eine neue zu wechseln. Bei älteren Kindern spricht man übrigens von "Schwellenangst". Hier hilft es oft, Situationswechsel verbal anzukündigen. Von Vorteil ist in diesem Zusammenhang auch ein Wecker als "Wächter der Zeit", der akustisch eine neue Phase einläutet. Toll sind auch große, verschieden gefüllte Sanduhren (für eine, fünf und zehn Minuten). Selbst gestaltete Plakate und Zeitpläne geben auch visuellen Typen einen guten Überblick. Außerdem hilfreich: Verabschieden von Dingen, wie z. B. Spielzeug, um loszulassen und so größere Phasen in mehrere kleine zu unterteilen.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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