Fr, 15. Dezember 2017

Online-Vergleich

10.05.2017 14:00

Versicherungsmakler klagen durchblicker.at

Der Fachverband der Versicherungsmakler klagt das Online-Vergleichsportal durchblicker.at: Bei ihren Versicherungsvergleichen verstoße die Seite mehrfach gegen die Gewerbeordnung und das Wettbewerbsrecht, so die Versicherungsmakler. Sie unterstellen der Website "irreführende Dienstleistungen". durchblicker.at weist die Vorwürfe als "falsch und rufschädigend" zurück.

Die Versicherungsmakler finden die Vergleiche von Versicherungen auf der Seite nicht nur "irreführend", sondern auch "für Konsumenten nicht transparent". Begründet wird dies etwa damit, dass im Vergleich unter dem Punkt "Anbieter" auch jene großen Versicherungen aufgelistet seien, die die Teilnahme abgelehnt hätten. "Damit wird auf durchblicker.at der Eindruck vermittelt, beim Versicherungsvergleich den gesamten Markt abzubilden, was bei den Konsumenten falsche Erwartungen weckt." Lediglich im Kleingedruckten erhalte man die "unzureichende Information, dass eine Tarifberechnung nicht möglich ist, da diese maßgeblichen Anbieter am Vergleich nicht teilnehmen wollen". Wegen der "spärlichen Vergleichsergebnisse" werde kein ausreichender Marktüberblick geboten.

"Alle Angaben auf unserer Website sind korrekt und umfassend. Mit unseren Vergleichsrechnern haben wir von Beginn an auf volle Transparenz und einen möglichst breiten Marktüberblick gesetzt und damit neue Maßstäbe für Online-Portale definiert", versichert durchblicker.at-Geschäftsführer Reinhold Baudisch. Die Transparenz gehe eben so weit, dass man auch Anbieter untersuche, die sich nicht vergleichen lassen wollten.

WKO sieht Widerspruch gegen "Standesregeln"
"Als Laie verlässt sich der Konsument naturgemäß darauf, dass beim Versicherungsvergleich der gesamte Markt abgebildet wird", sagt hingegen Christoph Berghammer, Fachverbandsobmann der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten der Wirtschaftskammer Österreich. "Wenn jedoch mehr als fünf große Anbieter am Vergleich nicht teilnehmen, ist dies nicht möglich und widerspricht das den Standesregeln eines unabhängigen Versicherungsmaklers, der zur Vermittlung des bestmöglichen Versicherungsschutzes verpflichtet ist."

Die Vergleichsplattform fühlt sich auch von der eigenen Kammervertretung hintergangen. Man sei erschüttert, dass sie "offenbar mit Geheimgutachten und Klage gegen uns vorgeht". Da es keine direkten Gespräch gegeben habe und somit ein Interessensausgleich vorenthalten worden sei, behält sich die Firma selbst rechtliche Schritte gegen Funktionäre des Fachverbandes vor.

 krone.at
Redaktion
krone.at
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