Fr, 15. Dezember 2017

Streit um Wien

16.02.2017 09:08

Taxler und Uber weiter auf Konfrontationskurs

Wiens Taxler sehen den Fahrdienstvermittler Uber weiterhin als unfaire Konkurrenz. Branchenvertreter werfen dem US-Konzern vor, sich nicht an die Wiener Taxi- und Mietwagen-Verordnung und die darin enthaltene Rückkehrpflicht für Mietwagenbetreiber zu halten. Uber hingegen sieht "gesetzgeberischen Handlungsbedarf", um den Betrieb von Mietwagen zu erleichtern.

"Wir sind Teil des öffentlichen Verkehrs und halten uns an die Gesetze", sagte CC-Taxicenter-Geschäftsführer und Wirtschaftskammer-Funktionär Christian Holzhauser bei einer Veranstaltung der Bundeswettbewerbsbehörde am Mittwoch in Wien. CC-Taxicenter betreibt die Taxifunkzentralen 40100 und 60160 in Wien und hat rund 1800 Taxis unter Vertrag. Bei Taxis gebe es eine Beförderungspflicht, einheitliche Tarife und "sehr gut geschulte" Lenker, betonte der Taxi-Branchenvertreter. Über die Uber-App vermittelte Fahrer seien hingegen nur als konzessionierte Mietwagenlenker unterwegs.

"Kein gegeneinander, sondern miteinander"
Uber-Österreich-Geschäftsführer Andreas Weinberger verwies erneut darauf, dass sich der Fahrtenvermittler nicht als Konkurrenz zu den Taxis verstehe, sondern neue , junge Kundengruppen ansprechen möchte. "Es geht nicht um ein gegeneinander, sondern um ein miteinander." In Wien kooperiere man mit lizenzierten Mietwagenfirmen ohne Exklusivverträge. Die Rückkehrpflicht zum Firmenstandort bei Mietwagenfahrten werde natürlich eingehalten, aber die Nachfrage sei "so hoch, dass sie am Weg zurück wieder einen Auftrag bekommen".

Uber sieht gesetzgeberischen Handlungsbedarf
Uber fordert vom Gesetzesgeber in Österreich, dass Mietwagen unter 3,5 Tonnen als freies Gewerbe betrieben werden dürfen. Die derzeitigen Hürden - mindestens dreijährige fachliche Tätigkeit, mindestens 7500 Euro pro Fahrzeugkonzession und eine selten durchgeführte Fachkundeprüfung - würden den beruflichen Start als Mietwagenfahrer erschweren und wirtschaftliche Aktivität einschränken.

Auch die Wettbewerbshüter wollen in dem Bereich nicht untätig sein. Geplant ist Online-Fahrtenvermittler und -Zimmervermittler künftig unter die Lupe zu nehmen. "Die Shared Economy wie Airbnb und Uber wird uns in Zukunft beschäftigen", sagte Theodor Thanner, Generaldirektor der Bundeswettbewerbsbehörde, beim "Competition Talk" am Mittwoch.

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