So, 19. November 2017

Kinder sterben

10.12.2016 15:50

Tragödie im Urlaubsparadies

Die Wirtschaftskrise in Griechenland hat die Menschen schwer getroffen. Eine private Initiative versucht, mit Spenden die größte Not zu lindern.

Helfen ist zur Mission für Erwin Schrümpf und seine 50 Mitstreiter von der Griechenlandhilfe geworden. Gegründet hat er den Verein 2012, als er im Fernsehen zufällig einen Bericht über die Krise in dem EU-Land sah: Auf der einen Seite unbeschwerte Touristen - auf der anderen jene Menschen, die im Müll nach Essbarem suchen, Krankenhäuser, die ihre Patienten abweisen müssen, obdachlose Schwangere, deren Babys im Bauch sterben, weil medizinische Hilfe fehlt, und Kinder, die in Heimen abgegeben werden, da die Eltern sie nicht ernähren können.

Helfen statt tatenlos zusehen
"Dass so etwas mitten im Europa des Jahres 2016 geschieht, konnte ich nicht akzeptieren", so der Unternehmer. Er begann zu helfen: "Ich rief in einem Spital in Athen an und fragte den Chefarzt, was er braucht. Er schickte mir eine Listen und ich klapperte Pharma-Unternehmen ab, bat um Spenden." Kurze Zeit später hatte der Salzburger die erste Hilfslieferung zusammen. "Als wir dann in Griechenland erstmals vor Ort waren, haben uns Ärzte weinend erzählt, dass sie Kinder sterben lassen mussten, weil sie keine Infusionsnadeln und keine Medikamente mehr hatten", schildert Schrümpf sichtlich berührt.

Sein Engagement sprach sich rasch herum - hierzulande sowie in Griechenland. Mittlerweile gibt es dank etlicher Großsponsoren monatlich mehrere Transporte in die hellenische Republik. Von Anfang an unterstützte auch das Unternehmen Dahlhausen mit Niederlassungen in Niederösterreich und Wien die Griechenlandhilfe. Die ehrenamtlichen Fahrer der Griechenlandhilfe kommen aus ganz Österreich, auch etliche Niederösterreicher und Burgenländer sind darunter.

In Athen und an elf weiteren Standorten werden zahlreiche Projekte von Schrümpf betreut: Waisenhäuser, Behindertenheime, Sozialambulanzen, Krankenhäuser - und wöchentlich erreichen ihn neue Anfragen. Denn in einem der liebsten Urlaubsländer der Österreicher ist die Not der herzensguten Menschen mancherorts so groß "wie im tiefsten Afrika".

"Auf geht’s", sagt der 53-Jährige Schrümpf und lädt Kisten voller "Grecolino"-Stofftiere in seinen Kleinbus. In wenigen Tagen fährt er wieder in das Land der Hellenen. Die Kuscheltiere sind Weihnachtsgeschenke, damit die Kinder ihre Sorgen wenigstens für ein paar Stunden vergessen können. Infos im Internet unter: www.griechenlandhilfe.at

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden