So, 19. November 2017

Alte Idee reanimiert

10.08.2016 10:57

Karmasin für kürzere Sommerferien

Familienministerin Sophie Karmasin hat sich gegenüber der "Kleinen Zeitung" für eine Verkürzung der Sommerferien ausgesprochen - und damit eine alte Idee reanimiert. Statt der neun Wochen von Ende Juni bis Anfang September schlägt sie eine Verlagerung von zwei Ferienwochen in den Herbst vor. Ex-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hatte diesen Vorschlag bereits im Sommer 2014 zur Debatte gestellt. Kommt jetzt Bewegung in die Sache?

Als Familienministerin und Mutter zweier Kinder sei sie der Auffassung, dass man "hier diskutieren müsse", so Karmasin. "Wenn die Ferien in mehrere Pakete aufgeteilt sind, haben Eltern weniger Probleme mit der Betreuung." Statt der neun Wochen andauernden Sommerferien plädiert sie für eine Verkürzung um zwei Wochen. Diese könnten dann als Verlängerung der Herbstferien eingesetzt werden.

Das bedeutet für Karmasin: "Nicht weniger Ferien insgesamt, nur anders aufgeteilt. Das würde ja auch den Tourismus beleben." Viele Eltern müssten derzeit auf die Betreuung durch die Großeltern hoffen - doch hier müsse eine staatliche Lösung her, wie Karmasin meint: "Ich habe schon einen Termin mit der Bildungsministerin (Sonja Hammerschmid, Anm.) ausgemacht, um das zu besprechen. Sie hat signalisiert, da gesprächsbereit zu sein."

Lehrer gesprächsbereit
Bereits im Sommer 2014 hatte die damalige Bildungsministerin Heinisch-Hosek eine Debatte um die Verkürzung der Sommerferien angeregt. Sie kündigte an, mit allen Betroffenen - also Lehrern, Eltern und Schülern - sprechen zu wollen. Die Lehrergewerkschaft zeigte sich damals grundsätzlich gesprächsbereit. "Sollte es ein besseres Ferienmodell für Eltern und Schüler geben als das jetzige, dann machen wir das", sagte Standesvertreter Paul Kimberger.

Auch die Elternvertreter wollen bei einer möglichen Neueinteilung des Schuljahrs mitreden. In den vergangenen Jahren habe man bei entsprechenden Vorstößen bereits mehrfach ein Gesamtpaket vorgelegt, das unter anderem eine einwöchige Kürzung der Sommerferien beinhaltet, hieß es in einer Aussendung des Dachverbands der Elternvereine an Pflichtschulen. Dieses sei nach wie vor aufrecht.

Österreich im Europa-Durchschnitt
In Europa liegt Österreich mit seiner Sommerferiendauer etwa im Durchschnitt. Noch längere Sommerferien gibt es vor allem in Südeuropa sowie im Baltikum mit bis zu 13 Wochen. Kürzer dauern sie beispielsweise in Großbritannien, Dänemark, Deutschland und der Schweiz. In den beiden Nachbarländern sind im Regelfall sechs Wochen im Sommer frei, einzelne Schweizer Kantone haben noch kürzere Urlaubszeiten. Ausgeglichen wird das jeweils durch ausgedehnte Herbstferien.

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