Mo, 20. November 2017

Ex-Mitarbeiterin:

30.05.2016 12:18

Wer im Apple Store arbeitet, bekommt Morddrohungen

Apple ist einer der wenigen großen IT-Konzerne, die mit eigenem Filialnetz auf Kundenfang gehen. Viele Mysterien ranken sich um die Apple Stores und ihre Belegschaft. Wie es sich dort wirklich arbeitet und warum man als Apple-Mitarbeiter bisweilen Todesdrohungen erhält, hat jetzt eine Ex-Mitarbeiterin einer solchen Filiale verraten.

Im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider" packt die einstige Verkäuferin aus und verrät, wie der Arbeitsalltag bei Apple wirklich abläuft. Insbesondere über Apples Verkaufsstrategie und den Umgang mit den Mitarbeitern weiß die Ex-Mitarbeiterin Interessantes zu berichten, aber auch über alltägliche menschliche Abgründe lässt sie sich im Interview aus.

Verkäufer gaukeln Kunden privates Interesse vor
Besonders interessant: Wer im Apple Store als Verkäufer arbeitet, wird von seinen Vorgesetzten dazu ermutigt, freundschaftliche Gespräche mit den Kunden zu führen und dem Verkaufsgespräch eine private Ebene hinzuzufügen. Der Frau zufolge hatte sie die Vorgabe, die Kunden auszufragen: Welcher Arbeit geht der Kunde nach, welche Eissorte mag er am liebsten? Die gewonnenen Infos wurden von Vorgesetzten abgefragt und im Verkaufsgespräch eingesetzt.

Dabei dürften die privaten Infos der Kunden vor allem beim Verkauf von Zusatzangeboten hilfreich gewesen sein. Wer im Apple Store arbeitet, hat dem Bericht zufolge nämlich keine Mindestquote bei den verkauften Geräten zu erfüllen, wer den Kunden nicht genug Zusatzdienste wie Apple Care einredet, wird von den Vorgesetzten allerdings darauf angesprochen.

Mitarbeiter müssen sich gegenseitig bewerten
Apropos Vorgesetzte: Diese sorgen dafür, dass unter Mitarbeitern in Apple Stores ein reger Konkurrenzkampf tobt. Die Mitarbeiter müssen sich laufend gegenseitig bewerten und den Vorgesetzten Bericht erstatten. Wer bei diesem fragwürdigen Prozedere laufend gute Bewertungen erhält, hat der Ex-Mitarbeiterin trotzdem wenige Chancen zum Aufstieg. Die Filialleitung - in ihren vier Jahren im Apple Store wurde sie fünf bis acht Mal getauscht - kam der Frau zufolge immer von außen, nie wurde ein bestehender Verkäufer befördert.

Freilich hat die Arbeit im Apple Store auch Vorteile: Die Mitarbeiter bekommen Rabatte auf Apple-Produkte und Unternehmensanteile. Die Bezahlung sei allerdings so durchwachsen, dass sich viele trotzdem keine Apple-Geräte leisten könnten, sagt die Ex-Mitarbeiterin. Und das, obwohl Apple-Store-Mitarbeiter einiges einstecken müssen. Manche Kunden mit defekten Geräten sprechen sogar Todesdrohungen gegen die Verkäufer aus, klagt die Frau im Interview.

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