Mo, 18. Dezember 2017

"Werde gewinnen"

09.09.2015 10:21

John McAfee kandidiert als nächster US-Präsident

Er ist eine der schillerndsten Gestalten der IT-Sicherheitsbranche, bekannt für seine Vorliebe für Waffen und Frauen – und will US-Präsident werden: John McAfee, der Gründer des gleichnamigen Antivirenunternehmens, hat seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2016 am Mittwoch offiziell bekannt gegeben.

Im Gespräch mit dem Wirtschaftsnachrichtenportal "CNN Money" erklärt McAfee: "Ich verspreche Ihnen, ich werde gewinnen, denn ich habe die Stimmen." McAfees Plan sieht vor, als Kopf einer neuen "Cyber Party" ins Rennen ums Weiße Haus zu gehen. Mit der Partei will er Menschen ansprechen, denen die ausufernde Datensammelei der US-Geheimdienste zu weit geht und die nicht von der Kompetenz der US-Regierung in IT-Fragen überzeugt sind.

McAfee zum IT-Magazin "Wired": "Es ist klar, dass die Führung des Landes unwissend über die fundamentalen Technologien ist, die alles im Leben ermöglichen: Cyberwissenschaften, Smartphones, Militärtechnik und Kommunikation." Diese Unwissenheit zeige sich etwa an Forderungen der US-Regierung, Verschlüsselung bewusst schwach umzusetzen, damit die Geheimdienste auch verschlüsselte Kommunikation abhören können.

Doppelstaatsbürgerschaft ist kein Hindernis
"Tausende E-Mails" seiner Anhänger haben McAfee nach eigenen Angaben dazu bewegt, für das Amt des US-Präsidenten zu kandidieren. Dass er sowohl britischer, als auch US-Staatsbürger ist, dürfte dabei kein Hindernis sein.

Zwar sieht die US-Verfassung vor, dass nur ein "Natural born citizen", also ein in den USA geborener Bürger, Präsident werden kann. Es gibt aber Ausnahmen, etwa wenn ein Kandidat im Ausland auf einer US-Militärbasis geboren wurde. Dieser Fall traf auf John McCain zu, der auf einer US-Basis in Panama geboren wurde, und er trifft US-Medienberichten zufolge auch auf McAfee zu. Er wurde auf einer US-Militärbasis in Großbritannien geboren.

Das bewegte Leben des John McAfee
Der 1945 geborene John McAfee gilt in der IT-Branche als schillernde Gestalt, sein abenteuerliches Leben soll sogar verfilmt werden. Er gründete 1987 das gleichnamige IT-Sicherheitsunternehmen, verkaufte seine Anteile zehn Jahre später und wurde dadurch Multimillionär. In den folgenden Jahren arbeitete er unter anderem als Yogalehrer, 2008 wanderte er in den mittelamerikanischen Tropenstaat Belize aus.

Dort führte er bis Ende 2012 ein exzentrisches Leben als Kopf seiner eigenen Pharmafirma. Immer wieder gelangten während dieser Zeit auch Fotos an die Öffentlichkeit, die McAfee mit leicht bekleideten Frauen und Waffen zeigten. Gerüchten zufolge soll er auch mit Betäubungsmitteln experimentiert haben.

McAfees Leben in Belize endete mit der Ermordung seines Nachbarn Gregory Faull. Die lokalen Behörden führten McAfee als Verdächtigen, dieser witterte ein Komplott und startete eine halsbrecherische Flucht nach Guatemala. Von dort schaffte er es schließlich zurück in die USA, wo er nun – zwei Jahre später – für das Präsidentenamt kandidieren will.

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