Fr, 15. Dezember 2017

Full HD für 400 €

23.11.2014 09:00

Acer Switch 10: Neues Windows-Convertible im Test

Der taiwanesische PC-Spezialist Acer startet mit neuen Convertibles ins Weihnachtsgeschäft. Besonders interessant für Einsteiger: das Aspire Switch 10 für 400 Euro, ein Windows-Tablet mit magnetischem Tastatur-Dock, das mit der Tastatur-Basis nicht nur optisch, sondern auch preislich an Netbooks erinnert. Ob das Convertible zum Netbook-Preis in der Praxis überzeugt, klärt unser Test.

Wer einen brauchbaren mobilen Begleiter sucht, muss heute nicht zwangsläufig hohe Preise für moderne Ultrabooks zahlen. Für viele Anwender reicht auch schon die Power, die günstige Geräte mit Intels Atom-CPU bieten. Surf-Expeditionen im Netz, Textverarbeitung oder Online-Videos sind mit Geräten der Preisklasse unter 500 Euro kein Problem, auch für Präsentationszwecke sind sie durchaus geeignet. Ein Vertreter dieser Preisklasse ist Acers Aspire Switch 10.

Was genau in der getesteten Full-HD-Version steckt, erfahren Sie in dieser Tabelle:

Acer Aspire Switch 10 FHD

CPU

Intel Atom Z3735F; 1,33 GHz Quad-Core

RAM

2 GB

Display

10,1 Zoll IPS

Auflösung

1.920 x 1.200 Pixel

Massenspeicher

32 GB (weitere 32 GB via microSD)

Anschlüsse

microHDMI, microUSB

Funkstandards

N-WLAN, Bluetooth 4.0, GPS

Webcam

2 Megapixel

Akku

5.910 mAh

Software

Windows 8.1

Extras

Tastatur-Dock

Maße

261,6 x 177,1 x 8,9 Millimeter; 585 Gramm (Tablet) – 1,17 Kilo (Tablet + Tastatur-Dock)

Straßenpreis

Ab 400 Euro

Dass Acers Tablet-Netbook-Mischling mit dem passiv gekühlten Atom-Chip und zwei Gigabyte RAM kein Leistungsmonster ist, liegt in der Natur der verbauten Komponenten. Sie bieten zweckmäßige Rechen-Power, die für viele Szenarien reicht, aber eben nicht für alle. Konkret ist das Gerät tadellos geeignet, um damit im Netz zu surfen, Videos anzuschauen oder Dokumente zu bearbeiten.

Wer allerdings leistungshungrigere Anwendungen wie Spiele oder mächtige Bildbearbeitungs-Tools starten will, wird mit der gebotenen Leistung kaum auskommen. Dem eher kleinen Arbeitsspeicher ist es geschuldet, dass man sich auch beim Multitasking ein wenig zurückhalten sollte. Sind viele Apps gleichzeitig geöffnet, bemerkt man Leistungseinbußen.

Scharfes Full-HD-Display
Die große Stärke des Switch 10 in der getesteten FHD-Version ist aber ohnedies nicht seine rohe Leistung, sondern sein Display. Das bietet angesichts des erschwinglichen Preises recht üppige 1.920 mal 1.200 Pixel, ist also erfreulich scharf. Das macht sich beim Betrachten von Videos und Bildern durch einen hohen Detailgrad bemerkbar und ist beim Lesen nützlich, weil der Text schärfer dargestellt wird.

Das Display bietet natürliche Farben, die eine Spur kräftiger sein dürften, und ist auch bei seitlicher Betrachtung gut ablesbar. Die maximal erzielbare Helligkeit könnte noch etwas höher sein: Für den Gebrauch in Innenräumen ist das Gerät tadellos geeignet, draußen vermag das Display die Reflexionen auf der kratzfesten Abdeckscheibe aber nur bedingt zu überstrahlen.

Eine Hauptkamera für Fotografie besitzt das Switch 10 nicht, die Frontkamera mit ihren zwei Megapixeln ist aber für Videotelefonate ausreichend dimensioniert und macht ihren Job bei guter Ausleuchtung passabel. Lässt das Licht nach, stößt naturgemäß auch die Kamera an ihre Grenzen. Der Speicher ist eher klein geraten, weshalb wir Nutzern des Switch 10 dringend dazu raten, ihn mit microSD-Karten zu erweitern.

Großer USB-Port nur in der Tastatur-Basis
Bei den Funkanschlüssen ist das Switch 10 auf der Höhe der Zeit. Die sonstige Anschlussausstattung ist vernünftig und umfasst einen microHDMI- und einen microUSB-Anschluss. Will man das Switch 10 also an einen Beamer anschließen oder USB-Peripherie nutzen, kommt man nicht umhin, die dafür nötigen Adapter mitzuführen. Eine Ausnahme gibt es: Das Tastatur-Dock des Switch 10 verfügt über einen normal großen USB-2.0-Port, der aber nur genutzt werden kann, wenn Dock und Tablet verbunden sind.

Praktisches magnetisches Tastatur-Dock
Apropos Dock: Für die Tastatur-Basis des Switch 10 haben wir sowohl Lob als auch Tadel übrig. Zunächst zum Lob: Der magnetische Andock-Mechanismus, mit dem Tablet und Tastatur-Dock verbunden werden, arbeitet zuverlässig und hält das 600-Gramm-Tablet zuverlässig in Position – auch in ungewöhnlichen Posen, so kann das Tablet beispielsweise verkehrt am Dock befestigt und Letzteres wie bei einem Bilderrahmen als Ständer genutzt werden. Ein kleiner Makel des Tastatur-Docks ist allerdings, dass es in puncto Verarbeitungsqualität nicht mit dem Tablet-Teil mithalten kann.

Denn die komplett aus Plastik gefertigte Tastatur-Basis fühlt sich deutlich weniger stabil an als das sauber verarbeitete Tablet in Alu-Optik. Unter leichtem Druck gibt die Tastatur-Basis nach, das Tablet selbst ist dagegen angenehm steif und stabil. Während die Tablet-Rückseite mit Alu-Finish zudem einen recht hübschen Eindruck hinterlässt, setzt sich dieser bei Betrachtung der Tastatur-Basis nur bedingt fort. An der generellen Nützlichkeit der Tastatur-Basis ändert das freilich nichts. Sie ist ob ihrer geringen Größe zwar nicht unbedingt dafür geeignet, Romane darauf zu tippen, für Notizen und E-Mails aber ausreichend. Und im Tablet-Betrieb gibt sie immer noch einen passablen Ständer ab.

Brauchbare Laufzeit, etwas Bloatware
Der Akku im Switch 10 verfügt über eine Kapazität von rund 6.000 Milliamperestunden und verhilft dem Gerät laut Hersteller zu einer Laufzeit von rund acht Stunden. Schade: In der Tastatur-Basis ist kein Zusatz-Akku verbaut, was aber am günstigen Preis des Gespanns liegen dürfte. Im Praxistest mit gemischter Nutzung – WLAN-Surfen, YouTube-Videos, kleine Spiele – pendelte sich die Laufzeit bei relativ hoher Bildschirmhelligkeit bei rund sechs Stunden ein. Wer tatsächlich acht Stunden aus dem Switch 10 quetschen will, schafft dies also nur bei drastisch reduzierter Bildschirmhelligkeit.

Bei der Software setzt Acer auf Windows 8.1 in der vollwertigen x86-Version. Das nach wie vor eher geringe Angebot an für die Touch-Bedienung optimierten Apps für Microsofts Betriebssystem wird dabei bis zu einem gewissen Grad durch die Tatsache ausgeglichen, dass auf dem Gerät auch normale Windows-Programme laufen. Acer liefert das Switch 10 mit etlichen Programmen aus, die aber nur zum Teil wirklich nützlich sind. Beim Rest handelt es sich um Testversionen, sogenannte Bloatware.

Fazit: Alles in allem ist Acer mit dem Switch 10 FHD ein überzeugendes Convertschnelles Full-HD-Tablet mit Windows 8.1, das zum Surfen, für Videos und Office-Arbeiten tadellos geeignet ist. Die Akkulaufzeit reicht, um auch längere Zeit fernab der nächsten Steckdose zu arbeiten, und das Tastatur-Dock ist ein praktisches Extra. Klar muss man bei der Verarbeitung des Tastatur-Docks, der Rechenleistung und dem verfügbaren Speicherplatz ein paar Abstriche in Kauf nehmen, letztlich ist das Switch 10 FHD für 400 Euro aber gerade für Einsteiger ein Gerät, das einen genaueren Blick wert ist.

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